Mitteilung

14.09.2021 Meldungsnummer: 316

Online-Tagung vom 20. – 21. September

"Jeder hat das Recht auf eine Staatsangehörigkeit"

Geschichte der Zugehörigkeit des Einzelnen zur Gemeinschaft und der daraus folgenden Rechte und Pflichten

Tagungsort: online

Alle Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie auf der Seite der Polnischen Historischen Mission.

In Kooperation mit: Polnische Historische Mission an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Die Geschichte des Konzepts der Staatsangehörigkeit reicht bis in die Antike zurück und ist mit der privilegierten Rechtsstellung der Staatsbürger, verstanden als freie Bewohner der griechischen Polis, verbunden. Auf dieser Basis entwickelten sich in den folgenden Jahrhunderten verschiedene Konzepte der Rechtsbeziehung zwischen dem Individuum und der Gemeinschaft, die mit veränderten politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Konstellationen konfrontiert wurden.

Zu einer neuen Epoche in der Geschichte der Staatsbürgerschaft wurde das Mittelalter, mit einer ganz neuen, sich allmählich und ungleich entwickelnden Ordnung: dem Feudalismus. Im Verlaufe der Moderne wurde der Begriff der „Staatsbürgerschaft“ nach und nach durch „Staatsangehörigkeit“ ersetzt; mit diesem wurde die Zugehörigkeit zum Staat betont, ohne ausdrücklich auf die Rechte und Pflichten des Bürgers hinzuweisen. Eine deutliche Wende in der Legislative zu diesem Thema brachte die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte aus dem Jahre 1948. Im Artikel Nr. 15 wurde das Recht auf die Staatsangehörigkeit als unverzichtbares Menschenrecht beschrieben: „Jeder hat das Recht auf eine Staatsangehörigkeit“ und „Niemandem darf seine Staatsangehörigkeit willkürlich entzogen noch das Recht versagt werden, seine Staatsangehörigkeit zu wechseln“.

Auch für nationale Minderheiten ist und war das Thema Staatsbürgerschaft und Staatsangehörigkeit im Laufe der Geschichte ein wichtiges Anliegen. Ziel der Tagung ist die Darstellung der Entwicklung des Konzepts der Staatsangehörigkeit als gegenseitiges Rechtsverhältnis zwischen dem Individuum und dem Staat unter besonderer Berücksichtigung der Situation in den polnischen und deutschen Gebieten vom Mittelalter bis in die Zeit um 1948.

Haus des Deutschen Ostens
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