Vortrag: Raum für mehr: Die Egerländer Stube zwischen idyllischem Sehnsuchtsort und nationalsozialistischem „Kultraum“

Veranstaltungstermin: Donnerstag, 8. Oktober 2026, 19.00 Uhr

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Referentin: Dr. Elisabeth Fendl (Freiburg)

In Kooperation mit: Sudetendeutsche Heimatpflege

Bei Gewerbeausstellungen, in Gaststätten und Museen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts schufen sogenannte „Bauernstuben“ ein bewusst stilisiertes Bild von Ländlichkeit. Als Gegenentwurf zur sich modernisierenden Stadt- und Landgesellschaft sollten sie Traditionsvermittler und nostalgische Sehnsuchtsorte zugleich sein. Die „Egerländer Bauernstube“ wurde zum Schauplatz von Volkskunst und Werten wie Familie, Frömmigkeit und Authentizität – und wandelte sich in den 1930er‑Jahren schrittweise vom idyllischen Sehnsuchtsort zum ideologisch aufgeladenen „Kultraum“.

Der Vortrag verfolgt diese Entwicklung und beleuchtet, wie ästhetische Inszenierung, politischer Diskurs und Erinnerungskultur die bäuerliche Stube transformierten.