Pressemitteilung der Beauftragten der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene

Die Schönheit der alten Heimat

Was wissen Kinder heute noch von der alten Heimat ihrer Großeltern und Ur-großeltern in den früheren Ostgebieten und den einstigen Siedlungsgebieten der Deutschen im östlichen Europa? Welche Vorstellung haben sie davon? Diese Frage war Anlass genug für Dr. Petra Loibl, MdL, Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene, einen Malwettbewerb für Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren und mit familiären Wurzeln im Sudetenland, Schlesien, Siebenbürgen, dem Banat, dem Wolgagebiet und vielen weiteren Herkunftsregionen auszuschreiben. Dadurch hoffte sie, das Gespräch zwischen den Generationen anzustoßen und zugleich Interesse an den eigenen Wurzeln und der Schönheit der „alten Heimat“ zu wecken.
Bei der Eröffnung der Ausstellung am 19. Februar 2026 im Foyer des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales zeigte sich die Beauftragte begeistert von den insgesamt siebzehn eingereichten Zeichnungen und Gemälden der jungen Künstlerinnen und Künstler, die am Wettbewerb „Bilder der Heimat in Kinderaugen“ teilgenommen hatten. „Es ist wirklich beeindruckend, wie Ihr die alte Heimat Eurer Vorfahren seht, welche Ideen Ihr hattet und wie Ihr sie auf grandiose Weise umgesetzt habt“, so Dr. Petra Loibl in ihren an die Kinder gerichteten Worten. Dabei waren fast alle der teilnehmenden Kinder mit ihren Eltern oder Großeltern an diesem Ferientag zu der Eröffnung der Ausstellung nach München gekommen.
Mit großer Spannung erwarteten sie die Verleihung der Preise an die Gewinner des Malwettbewerbs. Darüber hatte eine fünfköpfige Jury aus den Reihen der in Bayern aktiven Landsmannschaften befunden, wobei die Beauftragte bereits in ihrer Einführungsrede betont hatte, dass im Grunde alle Teilnehmer einen Preis verdient hätten. Erläutert wurden die schwierige Entscheidung der Jury und die Maßstäbe, die sie angelegt hatte, von Paul Hansel, Vorsitzender der Stiftung Kulturwerk Schlesien und des Bundes der Vertriebenen in Oberbayern und vor seinem Ruhestand für die Belange der Vertriebenen und Aussiedler in Bayern zuständiger Abteilungsleiter im Sozialministerium in München. Die Laudationes für die Gewinner der ersten drei Plätze verlas anschließend Dr. Lilia Antipow vom Haus des Deutschen Ostens.
Neben den siebzehn Wettbewerbsbeiträgen für die Ausstellung „Bilder der Heimat in Kinderaugen“ sind in den kommenden drei Wochen bis zum 10. März 2026 aber auch noch acht weitere Kinderbilder zu sehen. Diese entstanden im Kinderhort am Agolfinger Platz in München, nachdem die Kinder im Hort und dessen Leiterin, Dr. Jordana Cinova, auf den Wettbewerb aufmerksam geworden waren. Obwohl sich die Ausschreibung streng genommen nicht an sie gerichtet hatte, ließen es sich acht Kinder aus sieben verschiedenen Ländern nicht nehmen, gleichfalls Bilder über ihre Heimat zu malen und einzureichen. Diese fanden Eingang in die Sonderausstellung „Integration und Heimat“, für die der Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Karl Straub, MdL, ebenfalls einen Preis ausgelobt hatte, und die parallel zur Ausstellung „Bilder der Heimat in Kinderaugen“ zu sehen ist. „Die Werke der Kinder zeigen, dass Heimat nicht nur dort entsteht, wo man herkommt, sondern vor allem dort, wo man angenommen wird“, so Karl Straub.
Zum Ende der Veranstaltung bedankte sich die Aussiedler- und Vertriebenenbeauftragte Dr. Petra Loibl bei den zahlreich angereisten Kindern und ihren Angehörigen, der Jury und ihrem Kollegen Karl Straub, der sich – ebenso wie der Amtschef des Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales, Dr. Markus Gruber – mit einem Grußwort an die Anwesenden gerichtet hatte, für ihren Beitrag zu einer gelungenen Eröffnungsveranstaltung und die Gastfreundschaft des Sozialministeriums, das in Bayern als „Schirmherrschaftsministerium“ seit jeher für die Belange der Heimatvertriebenen, Aussiedler und Spätaussiedler zuständig ist, und dem die Geschäftsstelle der Beauftragten aus fachlichen Gründen administrativ zugeordnet ist.

Bilder zum Download