Veranstaltungskalender
Programm Januar bis März 2026
Das komplette Programmheft für die Monate Januar bis März 2026 können Sie hier als PDF herunterladen.
Eintritt
Soweit nicht anders vermerkt ist der Eintritt zu den Veranstaltungen frei.
Anmeldung
Bei Veranstaltungen mit Anmeldung bitten wir um rechtzeitige Platzreservierung per E-Mail.
Auch bei Veranstaltungen ohne Anmeldung gilt: Einlass nur bis zur höchstzulässigen Personenzahl.
Fotos
Mit der Teilnahme an den Veranstaltungen erklären Sie sich damit einverstanden, dass Sie gegebenenfalls auf Aufnahmen zu sehen sind, die das Haus des Deutschen Ostens im Rahmen seiner Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verwendet.
März
bis 17. April, Ausstellung: Steinzeugen. Fotografien mittelalterlicher Architektur zwischen Stettin, Danzig und Königsberg
Ausstellungsdauer: 27. Februar – 17. April 2026
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag (werktags) 10.00 bis 20.00 Uhr
Ort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
Historische Bauwerke sind eindrucksvolle steinerne Zeugen der Vergangenheit. Die Ereignisse und Begebenheiten der zurückliegenden Jahrhunderte haben unterschiedlichste Spuren und Zeichen auf der materiellen Oberfläche der Baudenkmäler hinterlassen. Dies zeigt sich auch eindrucksvoll in der Landschaft der historischen Gebiete von Hinterpommern, Neumark, Ost- und Westpreußen (dem mittelalterlichen Deutschordensland).
Die Ausstellung des Kunsthistorikers Christofer Herrmann zeigt die Schönheit und Präsenz der Gemäuer vergangener Epochen aus verschiedenen Perspektiven.
3. März, Vortrag: Bürgermeister Hubert Rösler und Waldkraiburg
Termin: Dienstag, 3. März 2026, 19.00 Uhr
Referent: Konrad Kern (Ampfing)
Ort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
5. März, Erzählcafé: Dr. Renate von Walter im Gespräch mit… Eva Ehrlich
Termin: Donnerstag, 5. März 2026, 15.00 Uhr
Ort: Restaurant „Bohemia“, Am Lilienberg 5, 81669 München
Eintritt: 5 Euro (inkl. Kaffee und ein Stück Kuchen)
Eva Ehrlich wurde 1948 als Tochter von Schoa-Überlebenden in Prag geboren und lebt seit 1969 in München. 1995 gründete sie zusammen mit ihrem Mann das jüdische Internetportal haGalil.com. Seit 1997 ist sie Mitglied der Liberalen jüdischen Gemeinde Beth Shalom, vier Jahre lang fungierte sie als stellvertretende Vorsitzende und vier Jahre als erste Vorsitzende. Sie führt Gruppen, vorwiegend der Bayerischen Polizei, durch die Synagoge und erklärt das jüdische Leben. Eva Ehrlich ist seit elf Jahren verwitwet und hat drei Enkelsöhne, die in Tel Aviv leben.
15. März, Literatur trifft Klang: Joseph Roth „Hiob“ (1930)
Termin: Sonntag, 15. März 2026, 14.00 Uhr
Sprecher: Armand Presser (München)
Musikalische Darbietung: Brigitte Helbig (München)
Moderation: Dr. Lilia Antipow (HDO)
Ort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
In Kooperation mit: Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit München-Regensburg e.V.
Anmeldung erforderlich: telefonisch unter 089 449993-0 oder per E-Mail unter poststelle(at)hdo.bayern.de
Die bewegende Geschichte eines Mannes, der trotz aller Widrigkeiten seinen Glauben nicht verliert.
Der Roman „Hiob“ ist eines der bekanntesten Werke des herausragenden österreichischen Schriftstellers des 20. Jahrhunderts, Joseph Roth (1894–1939). Die Hauptfigur des Romans, Mendel Singer, flieht mit seiner Familie aus Russland nach Amerika, um ein neues Leben zu beginnen. Doch das Unglück verfolgt ihn unaufhörlich, ganz wie dem biblischen Hiob. Als das Schicksal ihn an den Rand der Verzweiflung bringt, geschieht ein Wunder, das Hoffnung schenkt.
„Hiob“ ist ein Buch voller Bitterkeit und Zuversicht, das dazu einlädt, über Leid und Kraft des Glaubens nachzudenken.
Die musikalisch-literarische Lesung mit Armand Presser und Brigitte Helbig lässt mit eindrucksvollen Textpassagen und stimmungsvoller Musik die tiefgründige Atmosphäre dieses Meisterwerks lebendig werden.
Eine Veranstaltung im Rahmen der Woche der Brüderlichkeit 2026
19. März, Lesung: „Über allem der Gesang des Pirols“ (2025)
Termin: Donnerstag, 19. März 2026, 19.00 Uhr
Referent: Axel Lawaczek (Berlin)
Moderation: Dr. Lilia Antipow (HDO)
Ort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
In Kooperation mit: Volk Verlag
Ein brandenburgisches Gesindehaus im kleinen Dorf Friedenfelde bei Gerswalde – Axel Lawaczeck kann sein Glück kaum fassen, als er den Zuschlag für den Kauf erhält. Doch das einsturzgefährdete Gebäude, das vor Jahrhunderten neben dem ehemaligen Gutshaus Achim von Arnims errichtet wurde, muss erst aus seinem Dornröschenschlaf erweckt werden.
13 Jahre wird die Sanierung schließlich dauern. Immer wieder stößt der neue Eigentümer dabei auf Fundstücke aus der Vergangenheit, auf Zeugnisse der Menschen, die hier einst lebten. Seine Spurensuche führt ihn durch Zeiten und Räume – von der Gegenwart bis in den Barock, von Pommern und Ostpreußen bis nach Bessarabien und in die Karibik. Ein Mosaik aus Schicksalen entsteht, vom Leben selbst in die Schönheit einer einzigartigen Landschaft gelegt, in der sich deutsche Geschichte und uckermärkische Überlieferung spiegeln wie die Sonne in einem stillen See.
26. März, Ausstellungseröffnung: Landschaft der Liebe. Motive aus der Graphic Novel „Sudetenlove“
Ausstellungsdauer: 27. März – 29. Mai 2026
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag (werktags) 10.00 bis 20.00 Uhr
Ort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
In Kooperation mit: Tschechisches Zentrum München, Kulturreferent für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein
Termin: Donnerstag, 26. März 2026, 18.00 Uhr
Referentin: Dr. Serafine Lindemann (Münsing)
Anmeldung erforderlich: telefonisch unter 089-449993-0 oder per E-Mail unter poststelle(at)hdo.bayern.de
Ende der 1930er Jahre: Das Sudetenland gleicht einem Pulverfass. Angefacht aus Deutschland, können die nationalen Spannungen in den tschechoslowakischen Grenzgebieten jeden Moment zu einer Eskalation mit ungewissem Ausgang führen. Da lernen sich Hedwig, ein deutsches Mädchen, und Fritz, ein Junge aus einer deutsch-tschechischen Familie, beim Skifahren kennen und verlieben sich schnell ineinander. Hedwigs Vater schickt sie jedoch nach Belgien zu einer Tante. Fritz sieht keine andere Wahl: Er wird ihr folgen – auf dem Fahrrad…
Filip Raifs Graphic Novel erzählt – in dezent gedämpften Farben und inspiriert von wahren Begebenheiten – die Geschichte einer ersten großen Liebe sowie auch einer Region, deren Schicksal durch die zahlreichen Wendungen des 20. Jahrhunderts bestimmt wurde.
Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf der Landschaft, die die Liebenden umgibt. Alles wird von Raif feinfühlig eingefangen – ganz gleich, ob es sich um natürliche, städtische oder seelische Räume handelt. Oft geschieht dies so eindringlich, dass die Landschaft aufhört, eine bloße Kulisse darzustellen und stattdessen in den Vordergrund tritt.
27. März, Infoveranstaltung „Tag der Münchner Osteuropastudien: Geschichte des Zweiten Weltkriegs bzw. des Holocaust aus ost-, ostmittel- bzw. südosteuropäischer Perspektive“ - Workshop Rettungswiderstand für verfolgte Juden in Rumänien, Nordsiebenbürgen und Transnistrien
Termin: Freitag, 27. März 2026, 10.30 – 16.30 Uhr
Referentin: Dr. Mariana Hausleitner (Berlin)
Ort: Hauptgebäude der LMU (Senatssaal und Seminarräume), Geschwister-Scholl-Platz 1, 80539 München
In Kooperation mit: Abteilung für Geschichte Osteuropas und Südosteuropas LMU München, ALP Dillingen
Bereits zum zweiten Mal veranstalten die Abteilung für Geschichte Osteuropas und Südosteuropas der Ludwigs-Maximilians-Universität und die Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung in Dillingen den Tag der Münchner Osteuropastudien, bei dem verschiedene Münchner Institutionen mit Bezug zum östlichen Europa Workshops zu einem Überthema anbieten. Die Zielgruppe der Veranstaltung sind Lehrkräfte und Studierende aber auch die interessierte Öffentlichkeit.
2026 lautet das Oberthema: Geschichte des Zweiten Weltkriegs bzw. des Holocaust aus ost-, ostmittel- bzw. südosteuropäischer Perspektive. Das HDO beteiligt sich mit einem Workshop von Dr. Mariana Hausleitner zum Thema „Rettungswiderstand für verfolgte Juden in Rumänien, Nordsiebenbürgen und Transnistrien“ am Programm. Sie ist Verfasserin des gleichnamigen Buches, das 2020 erschienen ist.
Alle Informationen zum gesamten Programm sowie zu den Anmeldemodalitäten erfahren Sie zeitnah auf der Webseite des HDO sowie der weiteren beteiligten Institutionen.
27. März, Buchpräsentation: Bukowina. Eine europäische Vielvölkerregion (2026)
Termin: Freitag, 27. März 2026, 19.00 Uhr
Referentin: Dr. Mariana Hausleitner (Berlin)
Ort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
Die Bukowina, heute aufgeteilt zwischen Rumänien und der Ukraine, war seit dem späten 18. Jahrhundert ein österreichisches Kronland. In der multiethnisch geprägten Region entstand ein mindestens sechssprachiges „Europa im Kleinen“. Ihr plurikulturelles Erbe inspiriert bis heute Künstler, Schriftsteller und Filmemacher. Durch die Literatur von Karl Emil Franzos, Rose Ausländer, Paul Celan, Manfred Winkler ist die Landschaft und ihr geistiges Zentrum Czernowitz (ukr. Tscherniwzi, rum. Cernăuţi) weltweit bekannt geworden.
Seit Jahrzehnten forscht die Historikerin Mariana Hausleitner über die Bukowina. Hier zeichnet sie die historischen Grundzüge der Region unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und jüdischen Bevölkerung nach. Der Bogen wird über die Eingliederung ins Habsburgerreich, als Deutsche und Juden einwanderten, und die Zwischenkriegszeit, als die Region an Rumänien kam, bis zu den Verheerungen des Zweiten Weltkriegs mit der Aufteilung zwischen der Sowjetunion und Rumänien gezogen. Die Umsiedlung der Deutschen sowie die Deportation und Ermordung Zehntausender Juden bilden dabei die tragischen Tiefpunkte.
April
7. April, Workshop: Ostertraditionen der Wolgadeutschen
Veranstaltungstermin: Dienstag, 7. April 2026, 19.00 Uhr
Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
Einführung: Nikita Heidt (Direktor von Riwwel gUG, Berlin)
Leiter des Workshops: Jegor Lopatschow M.A. (München)
In Kooperation mit: Riwwel gUG, Berlin
In diesem Workshop für Jung und Alt werden die österlichen Ritual- und Alltagspraktiken der Wolgadeutschen aus ethnografisch-geschichtlicher Perspektive vorgestellt. Die Teilnehmenden werden in die Bräuche rund um die Vorbereitungen in der Karwoche (Stille Woche) eingeführt – vom Aschermittwoch über den Grünen Donnerstag bis zum Karfreitag (Stillen Freitag). Neben historischen Einordnungen können Sie kulinarische Traditionen entdecken, etwa Hühnernudelsuppe, süße Füllsel und gebackene Osternhäschen. Im praktischen Teil bieten wir performative Übungen zur Überlieferung an: Probieren Sie Spiele aus dem Wolgagebiet wie Eierschieben und die Eierschuhwelle und erfahren Sie mehr über ihre soziale Bedeutung.
Bereits um 17.00 Uhr wird der Direktor der von Riwwel gUG, Nikita Heidt, im Rahmen einer Informationsveranstaltung seine Organisation vorstellen.
14. April, Buchpräsentation: „Alexander Pfohl. Künstler, Designer, Lehrer, Persönlichkeit“ (2025)
Veranstaltungstermin: Dienstag, 14. April 2026, 19.00 Uhr
Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
Referentin: Angelika Krombach (Bonn)
Alexander Pfohl (1894–1953) gehört zu den bedeutendsten Glasdesigner seiner Zeit. In der böhmischen Glastradition tief verwurzelt, wurde er in Wien bei Koloman Moser und Michael Powolny ausgebildet. Pfohls Schaffen reicht vom kunstvollen Art-déco-Glas bis zu hyperrealistischen Landschaftsbildern und einer prägenden Lehrtätigkeit in Haida/Nový Bor (Böhmen/Tschechien) und Hadamar.
Die Publikation seiner Enkelin, Angelika Krombach, basiert auf akribischer Vorarbeit zur Retrospektive im Schloss Hadamar und vereint zahlreiche Fotografien, Skizzen, Aquarelle, Archivdokumente und Familienbilder. Sie zeichnet Pfohl als vielseitigen Entwerfer, der Form, Technik und Gestaltungsanspruch meisterhaft vereinte – von Emaille-Brillantglasur bis zu serienreifem Gebrauchsglas. Angelika Krombach hat Quellen zusammengetragen, die das verstreute Wissen bündelten und zu einem Standardwerk verdichten.
16. April, Podiumsgespräch: Von Sprechblasen und Zeichenzählen. Katharina Hinderer im Gespräch und als gläserne Übersetzerin
Veranstaltungstermin: Donnerstag, 16. April 2026, 19.00 Uhr
Veranstaltungsort: Literaturhaus München, Salvatorplatz 1, 80333 München
Moderation: Dr. Frances Jackson (München)
Eintritt: 12,- € / 9,- € (ermäßigt und für MÜF-Mitglieder), Eintrittskarten sind beim Literaturhaus München erhältlich
In Kooperation mit: Tschechisches Zentrum München, Münchner Übersetzer-Forum, Kulturreferat für die böhmischen Länder, Stiftung Literaturhaus
Die internationale Comicszene boomt. Immer mehr Graphic Novels werden ins Deutsche übertragen. Das Interesse der Lesenden gilt schon lange nicht mehr nur dem angelsächsischen und franco-belgischen Raum. Doch wie unterscheidet sich das Übersetzen grafischer Literatur von dem der Belletristik? Wie geht man als Wortschmied vor, wenn die Text-Bild-Beziehung gerade so wichtig ist und der Platz aber oft so begrenzt? Katharina Hinderer, die u. a. Filip Raifs „Sudetenlove“ (Helvetiq, 2026) aus dem Tschechischen übersetzt hat, gibt einen unmittelbaren Einblick in ihre Arbeit.
23. April, Spotlight-Ausstellung: Die Schönbornfranken – Von Franken nach Transkarpatien
Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
Ausstellungsdauer: 24. April bis 29. Mai 2026
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag (werktags) 10.00 bis 20.00 Uhr
In Kooperation mit: Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland<
Ausstellungseröffnung: Donnerstag, 23. April 2026, 18.00 Uhr
Grußworte: Hartmut Koschyk (Bayreuth), Professor Dr. Andreas Otto Weber (HDO)
Einführung: Dr. Rudolf Distler (Eggolsheim)
Anmeldung erforderlich: telefonisch unter 089-449993-0 oder per E-Mail unter poststelle@hdo.bayern.de
Eine Ausstellung der Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland e.V., Bayreuth/Berlin
Die deutsche Minderheit in der Ukraine ist geografisch über das gesamte Land verteilt. Im westlichsten Teil, der Region Transkarpatien (ukrainisch: Zakarpattja), lebt sie heute vor allem um die Städte Uschgorod und Mukatschewo.
Transkarpatien ist seit Jahrhunderten von österreichischen, ungarischen, rumänischen, russischen, ukrainischen und deutschen Einflüssen geprägt und heute eine Region mit einem vielfältigen multikulturellen Erbe.
Bereits vor über 250 Jahren fanden Menschen aus deutschen Gebieten, insbesondere aus Mainfranken, auf Geheiß des Fürstbischofs Karl Friedrich von Schönborn, im heutigen Transkarpatien eine neue Heimat. Diese sogenann
ten „Schönbornfranken“ trugen zur kulturellen Vielfalt und wirtschaftlichen Entwicklung der Region bei und sind ein lebendiges Zeugnis der historischen deutschen Präsenz in der Ukraine.
28. April, Lesung: „Ein Altar jenseits der Wälder“ (2024) und unveröffentlichte Texte
Veranstaltungstermin: Dienstag, 28. April 2026, 19.00 Uhr
Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
Referent: Cornelius Scherg (Tübingen)
In Kooperation mit: Künstlergilde Esslingen
„Meister von Mediasch“ wird er in der Fachwelt genannt, der großartige Künstler, der den Altar der Mediascher Margarethenkirche geschaffen hat. Seit über hundert Jahren versuchen Kunsthistoriker, Daten und Informationen über den Schöpfer des Altars herauszufinden. Vergeblich. Ein paar begründete Thesen gibt es, aber Genaues weiß man nicht. Man nimmt an, der Künstler hatte siebenbürgische Wurzeln und sein Handwerk an der Malschule des Wiener Schottenstifts erlernt. Auch geht man davon aus, dass er als Vorlage für die Altartafeln Kupferstiche von Israhel von Meckenem genutzt hat. Alles andere bleibt im Dunkel der (Kunst)Geschichte verborgen.
Aber was Wissenschaft nicht vermag, das darf und kann Literatur: den Künstler aus dem Dunkel hervorholen, ihm in einem Roman Leben einhauchen.
Und so entwirft der Autor Cornelius Scherg in seinem Roman „Ein Altar jenseits der Wälder“ die Biographie des „Meisters von Mediasch“, so wie diese sich hätte entfalten können. Scherg gibt ihm den Namen Zacharias Frank.
Beim Lesen tauchen wir ein in die Zeit lange vor der Reformation, in das Ende des 15. Jahrhunderts. Die Haupthandlung beginnt in der Malschule in Wien und erzählt in chronologischer Folge Leben und Wirken des aus Mediasch stammenden Protagonisten mit seinen Schwierigkeiten und Erfolgen: von der Auftragserteilung durch den ungarischen Königsrichter von Mediasch bis zur feierlichen Einweihung und Segnung des vollendeten Altars. (Klaus Servatius, Heimatgemeinschaft Mediasch e.V.)
Mai
5. Mai, Vortrag: Deutsche Kulturspuren in der Ukraine – Galizien als europäischer Erinnerungsraum
Veranstaltungstermin: Dienstag, 5. Mai 2026, 19.00 Uhr
Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
Referentin: Professor Dr. Alla Paslawska (Lemberg/Lwiw)
Die Ukraine ist seit Jahrhunderten ein multiethnischer Begegnungsraum – und die deutsche Kultur hat darin deutliche Spuren hinterlassen. Obwohl Deutsche heute nur noch einen sehr kleinen Anteil der Bevölkerung ausmachen, prägten sie über Jahrhunderte Städtebau, Recht, Bildung, Literatur und Sprache. Der Vortrag beleuchtet die Geschichte deutscher Siedler seit dem Mittelalter, die Einführung des Magdeburger Rechts, das deutschsprachige Lwiw sowie die besondere Rolle Galiziens als kultureller Schnittstelle zwischen Ost- und Mitteleuropa.
Im Mittelpunkt stehen literarische Stimmen wie Leopold von Sacher-Masoch, Karl Emil Franzos und Josef Roth, deren Werke Galizien als vielsprachige Kulturlandschaft porträtieren. Ebenso wird der Einfluss des Deutschen auf das Ukrainische thematisiert – bis heute sind rund 800 Lehnwörter lebendig.
Der Vortrag zeichnet das Bild einer Region, in der unterschiedliche Ethnien und Konfessionen zusammenlebten – zwischen Toleranz, Konflikt und kultureller Blüte – und fragt, welche Bedeutung dieses gemeinsame Erbe heute für Europa hat.
7. Mai, Vortrag: Die Entwurzelten – Lemken in Galizien und in der Fremde
Veranstaltungstermin: Donnerstag, 7. Mai 2026, 19.00 Uhr
Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
Referentin: Professor Dr. Beata Halicka (Frankfurt an der Oder)
Das private Museum der lemkischen Kultur in Zyndranowa, am Rand Südostpolens gelegen, ist für viele Besucher ein Ort der Erinnerung und Identitätssuche. Vor hundert Jahren lebten hier rund tausend Menschen – Lemken, Ukrainer, Juden und Roma. Heute zählt das Dorf nur noch 140 Einwohner; nur zwei Familien bezeichnen sich als lemkisch. Wo einst eine lebendige Gemeinschaft mit einer prachtvollen griechisch-katholischen Kirche existierte, breiten sich heute Wald und Stille aus. Der Vortrag fragt nach den historischen Ursachen dieser Entvölkerung, nach Krieg, Vertreibung und Zwangsumsiedlung – und nach dem Schicksal einer Gemeinschaft, die entwurzelt wurde und dennoch ihre Spuren hinterließ.
12. Mai, Vortrag und Buchpräsentation: Askania Nowa – das Tierparadies in der Steppe
Veranstaltungstermin: Dienstag, 12. Mai 2026, 19.00 Uhr
Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
Referent: Stefan Schomann (Berlin/Peking)
Grußwort: Dr. Petra Loibl (Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene); Volodymyr Leysle (Vorsitzender des Rates der Deutschen der Ukraine)
In Kooperation mit: Rat der Deutschen der Ukraine
Die Geschichte der Przewalskipferde stellt ein Paradebeispiel des Artenschutzes dar. Nur mit knapper Not überlebten diese ursprünglich am Rande der Gobi beheimateten Wildpferde in Gefangenschaft. In seinem Buch „Auf der Suche nach den wilden Pferden“ (2021) folgt Stefan Schomann ihren Spuren quer durch Eurasien, wobei die Ukraine einen der Hauptschauplätze bildet.
Askania Nova war eine Siedlungskolonie, die das Herzogtum Anhalt-Köthen im Hinterland der Krim aufbaute. Von 1828 an machten sich mehrere Trecks zu Fuß auf den Weg dorthin, wo sie auf andere schwarzmeerdeutsche Siedler trafen. Nach dem Krimkrieg wurden Vieh und Liegenschaften schließlich an die Familie Falz-Fein verkauft. Die Familie Falz-Fein entstammte den deutschen Kolonisten in der Ukraine und wurde vom russischen Zaren geadelt. Damals bildete diese Region den letzten Rückzugsraum des Tarpan, des osteuropäischen Wildpferds, das jedoch schließlich ausstarb. Um 1900 führte Friedrich Falz-Fein dort dann die ersten Przewalskipferde ein, damit ihnen ein ähnliches Schicksal erspart bleiben würde. Ein Pionier des Natur- und Artenschutzes, schuf er einen Wildpark inmitten der Steppe, der ökologisch wie auch biotechnologisch wegweisend wurde.
Vor dreißig Jahren konnten die Pferde schließlich wieder in ihrer Heimat ausgewildert werden. Christian Oswald, ein Ebersberger Geschäftsmann, erwarb sich dabei bleibende Verdienste für die Bewahrung der Art, nicht zuletzt dank tatkräftiger Unterstützung aus Askania Nova wie auch aus dem Tierpark Hellabrunn.
