Veranstaltungen

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Ausstellungen

Im Haus des Deutschen Ostens

29. April bis 29. Juli 2022
Die Kinder von Föhrenwald und Waldram
Eine Wanderausstellung des "Erinnerungsortes BADEHAUS" Waldram
Öffnungszeiten: Montag - Freitag (werktags) 10 - 20 Uhr, Weitere Zugangsinformationen erhalten Sie hier.
Haus des Deutschen Ostens

11. Mai bis 28. Oktober 2022
Baltikum analog - unterwegs mit dem Fotografen Karl-Heinz Rothenberger
Öffnungszeiten: Montag - Freitag (werktags) 10 - 20 Uhr, August geschlossen
Haus des Deutschen Ostens, Flurausstellung, 1. + 2. Stock

 

Außerhalb des HDO

HDO in Deutschland:

27. April bis 10. Juni 2022
Mitgenommen - Heimat in Dingen
Wanderausstellung des Hauses des Deutschen Ostens
Ausstellungsort: Haus der Heimat Wiesbaden, Friedrichstr. 35, 65185 Wiesbaden
Öffnungszeiten: Mittwoch und Donnerstag, 10 bis 17 Uhr, Freitag, 10 bis 14 Uhr
Weitere Informationen finden sie auf der Homepage des BdV Hessen.

HDO in Europa:

06. Mai bis 25. Oktober 2022
Fremd : Vertraut. Hermannstadt : Kronstadt. Zwei Städte in Siebenbürgen, fotografiert von Jürgen van Buer
Ausstellungsort: Teutsch Haus (Begegnungs- und Kulturzentrum Friedrich Teutsch der Evangelischen Kriche A.B. in Rumänien), Str. Mitropoliei Nr. 30, 550179 Sibiu - Hermannstadt
Öffnungszeiten: Montag bis Samstag, 10 bis 17 Uhr

 

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April 2022

APR 4.

Ausstellung / Finissage

Fremd : Vertraut. Hermannstadt : Kronstadt. Zwei Städte in Siebenbürgen.

Grußwort: Professor Dr. Andreas Otto Weber (Direktor des HDO)

Referenten: Prof. Dr. Jürgen van Buer (Berlin), Dr. Gerhild Rudolf (Hermannstadt), Josef Balazs (Nürnberg)

Musikalische Darbietung: Peter Clemente (Violine) und sein String Quintet (München). Live Uraufführung des Streichquintetts „Siebenbürgen“ von Dafydd Bullock

Veranstaltungsort: Online oder Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz, Residenzstraße 1, 80333 München

APR 15.

Traditionen

Karfreitagsgottesdienst nach der alten schlesischen Liturgie

Prediger: Dekan i. R. Thomas Kretschmar (München)

Veranstalter: Gemeinschaft evangelischer Schlesier e.V., Landesarbeitsgemeinschaft Bayern

Veranstaltungsort: Magdalenenkirche, Ohlauer Straße 16, 80997 München-Moosach

APR 28.

Ausstellungseröffnung

Die Kinder von Föhrenwald und Waldram

Eine Wanderausstellung des „Erinnerungsortes BADEHAUS“ Waldram

Ausstellungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Ausstellungszeitraum: 29. April bis 29. Juli 2022

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10.00 bis 20.00 Uhr (werktags)

In Kooperation mit: Erinnerungsort BADEHAUS“ Waldram

Im Wolfratshauser Forst entstand nach dem Zweiten Weltkrieg das größte und am längsten bestehende Lager für jüdische Displaced Persons (DPs) in ganz Deutschland. Heimatlos gewordene Juden aus Polen, Litauen, Russland, Rumänien und Ungarn warteten hier auf ihre Ausreise nach Palästina/Israel oder hofften, in einem anderen Land ein neues Leben beginnen zu können. Sie bezeichneten sich selbst als „She’erit Hapletah”, was soviel bedeutet wie „Rest der Geretteten”.

Das DP-Lager Föhrenwald war das letzte „Schtetl” in Europa. Nach Kriegsende entwickelte sich hier unter UN-Verwaltung eine autonome Gemeinschaft mit einer vielschichtigen Infrastruktur. Die amerikanisch-jüdische Hilfsorganisation JOINT baute Kindergärten, Schulen, Sport- und Ausbildungsstätten. Es gab ein Kino, ein Theater, ein Krankenhaus und sogar eine eigene Lagerzeitung. Im Lauf von zwölf Jahren lebten, weitgehend abgeschirmt von der Außenwelt, Tausende Menschen in dieser Enklave jüdischen Lebens. Im Februar 1957 mussten die letzten DPs das Lager verlassen. Sie wurden v.a. in München, Frankfurt a. M., Düsseldorf und Köln untergebracht.

1955 kaufte das Katholische Siedlungswerk die Liegenschaft, um Wohnraum für Vertriebene zu schaffen. Die neuen Bewohner waren meist katholische, kinderreiche Familien, die als Folge des Zweiten Weltkriegs 1946 aus ihrer Heimat vertrieben worden waren. Sie kamen aus Böhmen und Mähren, dem Sudetenland, Ostpreußen, Schlesien, Siebenbürgen, Österreich und Ungarn, Jugoslawien und Rumänien. 1957 wurde Föhrenwald in Waldram umbenannt. Zunehmend fanden hier auch nichtkatholische und nicht aus ihrer Heimat vertriebene Menschen ein neues Zuhause.

Die Ausstellung gibt anhand historischer Bilddokumente einen berührenden Einblick in diese „Nachkriegskindheit in Oberbayern“, indem sie zwei Zeitschichten aus der Geschichte des Ortes einander gegenüberstellt.

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Mai 2022

MAI 3.

Gedenkfeier

Ungarischer Gedenktag für die vertriebenen Ungarndeutschen

Referent: Dr. Franz Metz (München)

Veranstaltungsort: Online oder Adalbert-Stifter-Saal im Sudetendeutschen Haus, Hochstraße 8, 81669 München

In Kooperation mit: Generalkonsulat von Ungarn in München

MAI 10.

Ausstellungseröffnung

Baltikum analog - unterwegs mit dem Fotografen Karl-Heinz Rothenberger

Ausstellungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München, Flur im 1. und 2 Stock

Ausstellungszeitraum: 11. Mai bis 28. Oktober 2022

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10.00 bis 20.00 Uhr (werktags)

Durch die Wahl zu Kulturhauptstädten Europas rückten die Hauptstädte der baltischen Staaten in das öffentliche Interesse. Europa wurde 2009 vertreten durch Litauens Hauptstadt Vilnius, 2011 durch Estlands Hauptstadt Tallinn und 2014 durch Lettlands Hauptstadt Riga. Der baltische Reigen setzt sich 2022 mit Kaunas (Litauen) und 2024 mit Tartu (Estland) fort. Nicht nur die Hauptstädte, sondern auch Land und Leute kennenzulernen, ließen Karl-Heinz Rothenberger im Sommer 2019 in ein Campingmobil steigen und die reiche Kultur, die eindrucksvollen Landschaften und die freundlichen, weltoffenen Menschen erleben. Die gezeigten Bilder sind Eindrücke des Erlebten, sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ihre Anordnung, die nicht geografischen Gegebenheiten und Landesgrenzen oder dem zeitlichen Reiseablauf folgt, stellt eine subjektive Abfolge von Menschen, Landschaften und Architekturen dar.

‚Subjektiv durch das Objektiv‘, ‚gesehen mit den Augen des Fotografen‘ blieben bis heute Programmpunkte im Schaffen Rothenbergers. Sie belegen die Wahrhaftigkeit in der Fotografie, die nachträgliche Manipulation des einmal festgehaltenen Augenblicks wird abgelehnt. In der Regel unterbleiben selbst Ausschnittsvergrößerungen, sichtbar am demonstrativen Leica-Rahmen. Die Sichtweise Rothenbergers ist neugierig und interessiert, aber auch einfühlend und wohlwollend, nie verletzend und indiskret.

Professor Dr. Karl-Heinz Rothenberger wurde 1945 in Landshut geboren und studierte Medizin in München und Zürich. Nach Assistenzarztjahren in der Inneren Medizin und Chirurgie wendete er sich der Urologie zu. Nach seiner Facharztausbildung konzentrierte er sich als Oberarzt vermehrt auf operative Techniken und wissenschaftliche Forschung, z.B. der damals brandneuen Lasertechnik. 1983 kehrte er als Chefarzt in seine Heimatstadt zurück und gründete die Urologische Klinik.

Parallel dazu widmete sich Rothenberger schon früh der Fotografie, so beteiligte er sich bereits 1967 mit 2 Arbeiten an einer Ausstellung des Deutschen Jugendfotowettbewerbs in Düsseldorf. Inzwischen hat sich der Künstler und Arzt ganz auf die Schwarz-Weiß-Fotografie in analoger Kleinbildtechnik fokussiert. Früher kamen Spiegelreflexkameras zum Einsatz, jetzt hat die Leica M7 Priorität. Neben industriellen & handwerklichen Arbeiten steht die Darstellung der menschlichen Persönlichkeit und landschaftlicher Formen in der Themenliste von Karl-Heinz Rothenberger obenauf, dokumentiert in 117 Einzelausstellungen von Wien über München und Berlin bis nach Algund/Italien Herrmannstadt/Rumänien, sowie einer Gruppenausstellung in Hamburg. Acht Kalender, vier Bücher sowie Zeitschriftenbeiträge runden den Arbeitskatalog ab

MAI 12.

Podiumsdiskussion

Zeitzeugenrunde mit Familie Brustmann

Begleitprogramm zur Ausstellung

Veranstaltungort: Online oder Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Veranstaltungstermin: 19 Uhr

Moderation: Dr. Sybille Krafft (BR-Journalistin und Leiterin des „Erinnerungsortes BADEHAUS“ Waldram)

MAI 19.

Filmsoirée

"Annemarie Ackermann. Mehr als eine Bundestagsabgeordnete" (2022)

Teilnehmer: Dr. Ingomar Senz (Deggendorf), Ria Schneider (München), Sebastian Grießl (Freising)

Veranstaltungsort: Online oder Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Veranstaltungstermin: 19 Uhr

MAI 25. - 29.

Tagung

Geschichte und Gegenwart des Weinbaus im niederösterreichischem Weinviertel und in den Nachbarregionen in Ostmittel- und Südosteuropa

In Kooperation mit: Gesellschaft für Geschichte des Weines e.V., Sudetendeutsche Heimatpflegerin

MAI 31.

Führung

Baltikum analog - unterwegs mit dem Fotografen Karl-Heinz Rothenberger

Begleitprogramm zur Ausstellung

Führung durch die Ausstellung mit Prof. Dr. Karl-Heinz Rothenberger

Veranstaltungstermin: 17 Uhr

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Juni 2022

JUN 2.

Vortrag

Johannes Künzig und das Banat. Ethnographische Forschung im östlichen Europa

Referent: Kevin Back (München)

Veranstaltungsort: Online oder Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Veranstaltungstermin: 19 Uhr

In Kooperation mit: Kulturwerk der Banater Schwaben e.V. Bayern

Anmeldung erforderlich: 089-449993-0 telefonisch oder poststelle@hdo.bayern.de per E-Mail

Der aus Baden stammende Volkskundler Johannes Künzig, begann in den 1930er-Jahren, ausgehend von süddeutschen Auswanderern, die Erforschung der Traditionen und Überlieferungen der Deutschen im östlichen Europa, unter anderem im Banat, wobei mündliche Überlieferungen, Volkslieder und -tänze aufgezeichnet und auch fotografische Dokumentationen angefertigt wurden. Als Ergebnis dieser Reisen entstanden zahlreiche Veröffentlichungen, darunter ein Bildband mit Fotos von Hans Retzlaff.

In der Nachkriegszeit gründete Künzig die „Zentralstelle für Volkskunde der Heimatvertriebenen“, heute Institut für Volkskunde der Deutschen des östlichen Europa (IVDE) in Freiburg/Br. Bis zu seinem Tod galt Künzigs Forschungsinteresse auch dem Banat. Kevin Back berichtet von Künzigs Forschungstätigkeit im Banat.

Kevin Back wurde 1993 in Villingen-Schwenningen (Baden-Württemberg) geboren und wuchs dort in einer banatschwäbischen Familie auf. Er studierte Neuere Geschichte und Politikwissenschaft in Freiburg/Br. und arbeitete während seines Studiums als wissenschaftliche Hilfskraft am dortigen Institut für Volkskunde der Deutschen des östlichen Europa (IVDE), wo er unter anderem mit der Vorsortierung des Nachlasses des Institutsgründers Johannes Künzig betraut war. Seit 2021 ist er als Kulturreferent beim Kulturwerk Banater Schwaben e. V. in München tätig.

JUN 23.

Buchpräsentation

Order 7161

Referent: Marc Schroeder (Luxembourg)

Moderation: Dr. Heinke Fabritius (Berlin)

Veranstaltungsort: Online oder Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Veranstaltungstermin: 19 Uhr

In Kooperation mit: Kulturreferentin für Siebenbürgen

Anmeldung erforderlich: 089-449993-0 telefonisch oder poststelle(at)hdo.bayern.de per E-Mail

2019 wurde das Musterbuch für den Luma Rencontres Dummy Book Award (Arles) und den Unseen Dummy Award (Amsterdam) nominiert.

Am 16. Dezember 1944 unterzeichnete Stalin den Befehl 7161ss – den geheimen Beschluss des Staatskomitees für Verteidigung – zur „Mobilisierung und Internierung aller arbeitsfähigen Deutschen, Männer im Alter von 17 bis 45 Jahren, Frauen von 18 bis 30 Jahren“ aus Rumänien, Ungarn, Jugoslawien, Bulgarien und der Tschechoslowakei. Ihre anschließende Deportation zur Zwangsarbeit diente dem Wiederaufbau der Sowjetunion und galt als Reparationsleistung für die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg. Insgesamt wurden 112.480 Männer und Frauen deportiert. Die Mehrzahl von ihnen – 69.332 Personen – waren Deutsche aus Rumänien. Viele Deportierte starben aufgrund extremer Kälte, schwersten Arbeitsbedingungen und mangelhafter Ernährung. Jene, die die ersten Hungerjahre überlebt hatten, kehrten Ende 1949 nach Rumänien zurück.

ORDER 7161 ist ein Foto-/Textbuch das die Geschichte der Deportation von Rumäniendeutschen anhand einer Zusammenführung von Zeugenporträts, Archiv- und Kontextbildern erzählt, und das Trauma der Zwangsinternierung anhand einer bedeutenden Auswahl von aufgezeichneten Zeugenaussagen 40 Überlebender enthüllt.

„Mein Vorhaben, die ehemaligen Deportierten aufzusuchen und zu fotografieren, erwies sich als ‚letzte Chance‘, denn viele der Überlebenden, die ich traf, gehörten 1945 zu den Jüngsten; die meisten sind mittlerweile verstorben. Die Begegnungen mit den Verschleppten ermöglichten es mir, nicht nur ihre individuellen Erinnerungen an die Zwangsinternierung in Bildern und Worten festzuhalten, sondern auch einen Einblick in das kollektive Gedächtnis der deutschen Minderheit an dieses Unrecht zu erlangen und gleichzeitig das heikle Konzept der ‚Opferrolle‘ aus der Perspektive der Deutschen in Bezug auf die Geschichte des Zweiten Weltkriegs zu erforschen.“ (Marc Schroeder).

Marc Schroeder, von Beruf ursprünglich Banker, nahm nach Studium und siebenjähriger Karriere in New York die globale Banken- und Finanzkrise von 2008 zum Anlass, seinem Leben eine neue Richtung zu geben und sich ganz der Fotografie zu widmen. Der erste Schritt führte ihn nach Paris, eine Rückkehr nach Europa. Bald fand das damals gerade in die EU aufgenommene Rumänien sein großes Interesse. So entstanden zwischen 2012 und 2015 einprägsame Bilder und Gesprächsdokumente von 40 ehemaligen deportierten Rumäniendeutschen. Das Fotoprojekt wurde auf mehreren Ausstellungen in Rumänien wie auch in Deutschland gezeigt. Die Präsentation seiner eindrücklichen Zeitzeugenporträts wurde u.a. in Zusammenarbeit mit der Kulturreferentin für Siebenbürgen realisiert. Mittlerweile liegt das Projekt als Fotobuch vor.

Dr. Heinke Fabritius ist Kulturreferentin für die Regionen Siebenbürgen / Bessarabien / Bukowina / Dobrudscha / Maramuresch / Moldau und Walachei am Siebenbürgischen Museum. Studium der Kunstgeschichte und Philosophie an der TU Berlin; Promotion zur Zeichnung der Goethezeit; langjährige wissenschaftliche Tätigkeit in Forschung und Lehre, insbesondere auch zu Geschichte und Kultur der Regionen Ost- und Mitteleuropas. Aktuell erscheinen in loser Reihe ihre Werkstattgespräche, in denen sie Ateliers, Übungs- und Arbeitszimmer besucht und deren Akteure zu Wort kommen läßt. Nachzulesen sind sie hier.

JUN 28.

Vortrag

Im Spannungsfeld zwischen Hanse und Königsmacht. Der Ostseeraum im 13. und 14. Jahrhundert

Referent: Professor Dr. Martin Krieger (Kiel)

Veranstaltungsort: Online oder Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Veranstaltungstermin: 19 Uhr

Anmeldung erforderlich: 089-449993-0 telefonisch oder poststelle(at)hdo.bayern.de per E-Mail

Die Ostsee stellte in ihrer langen Geschichte stets einen Raum des kulturellen Austausches, des Handels, aber ebenso politischer und militärischer Konflikte dar. Das galt auch für die Zeit der Hanse, die im 13. und 14. Jahrhundert ihre Blüte erlebte. Mit den mächtigen Hanseschiffen gelangten nicht nur Handelsgüter von Norddeutschland nach Polen, Russland, ins Baltikum oder nach Skandinavien, sondern es wurden auch wichtige technische Innovationen und Kulturgüter vermittelt. So prägte der Backstein, der im Stil der Gotik zu kühnen Kirchen und weltlichen Gebäuden aufgemauert wurde, eine ganze Epoche. Die Macht der Hanse blieb nicht unwidersprochen, sondern erfuhr seitens benachbarter, aufstrebender Territorialmächte, wie etwa des Ordensstaates, Konkurrenz. Der Vortrag zeichnet die wichtigen Entwicklungen einer für den Nordosten Europas prägenden Zeit nach und versucht, die kulturellen Trends einer bedeutenden Epoche aufzuzeigen.

Professor Dr. Martin Krieger lehrt Nordeuropäische Geschichte an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Kulturgeschichte des Ostseeraumes und die Geschichte der dänischen Monarchie im 18. und 19. Jahrhundert. Zudem legte er Studien über die ehemaligen dänischen Kolonien in Asien und zum globalen Wissenstransfer vor.

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Juli 2022

JUL 5.

Buchpräsentation

„Entartete Kunst“ in Breslau, Stettin und Königsberg (2021)

Referenten: Dr. Meike Hoffmann und Dr. Andreas Hüneke (beide Berlin)

Veranstaltungsort: Online oder Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Veranstaltungstermin: 20 Uhr

Anmeldung erforderlich: 089-449993-0 telefonisch oder poststelle(at)hdo.bayern.de per E-Mail

Breslau, Stettin und Königsberg gehörten 1937 auch zu den von der NS-Aktion „Entartete Kunst“ betroffenen Städten. Engagierte Museumsdirektoren hatten dort zuvor umfassende Sammlungen moderner Kunst aufgebaut. Mit der Beschlagnahme wurde die jahrelange Museumsarbeit zerstört.

Alle drei Städte gehörten schon vor seiner territorialen Ausdehnung ab 1938 zum Deutschen Reich. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs befanden sie sich durch die im Potsdamer Abkommen 1945 geregelte geographische Neuordnung in Gebieten der polnischen bzw. sowjetischen Verwaltungshoheit. Damit waren sie von der juristischen Klärung der Beschlagnahmeaktion und den musealen Regenerationsbestrebungen in Deutschland ausgeschlossen. Die besonderen Umstände geben Anlass, Licht auf die damaligen Geschehnisse zu werfen und nach den Auswirkungen bis heute zu fragen.

Dr. Meike Hoffmann studierte Kunstgeschichte, Klassische Archäologie, Volkskunde und Bibliothekswissenschaften in Kiel und Berlin und wurde mit einer Arbeit über die Künstlergruppe „Brücke“ an der Freien Universität Berlin promoviert. 2013–2016 war sie offizielles Mitglied der Internationalen Taskforce „Schwabinger Kunst“ und der Nachfolgeorganisation zur Erforschung der Provenienzen der Kunstwerke aus dem Gurlitt-Bestand. Seit 2006 ist Meike Hoffmann wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Forschungsstelle „Entartete Kunst“ am Kunsthistorischen Institut der FU Berlin. Derzeit ist sie Koordinatorin dieser Forschungsstelle. Von ihr liegen u.a. vor: (mit Dieter Scholz), Unbewältigt? Ästhetische Moderne und Nationalsozialismus. Kunst, Kunsthandel, Ausstellungspraxis (2021); (mit Aya Soika), Flucht in die Bilder? Die Künstler der Brücke im Nationalsozialismus (2019); (mit Nikola Kuhn), Hitlers Kunsthändler. Hildebrand Gurlitt 1895-1956. Die Biographie (2016).

Dr. Andreas Hüneke (geb. 1944 in Wurzen (Sachsen)) ist Kunsthistoriker und Provenienzforscher und gilt als einer der bedeutendsten Forscher zur NS-Aktion der „Entarteten Kunst“. Seit der Auffindung eines vollständigen Inventars aller 1937 in deutschen Museen beschlagnahmten Werke der „Entarteten“ Kunst (ca. 19000 Werke) 1997 ist er in diesem Projekt tätig. Seit April 2003 ist er Mitarbeiter bei der Forschungsstelle „Entartete Kunst“ am Kunsthistorischen Institut der FU Berlin. Andreas Hüneke ist außerdem Gründer und Vorsitzender des Potsdamer Kunstvereins und langjähriger ehrenamtlicher Vizepräsident des Internationalen Kunstkritikerverbands AICA. Von Andreas Hüneke liegen u.a. vor: Franz Marc. Zitronenpferd und Feuerochse (1990); Farben der Mark. Landschaftsmalerei vom Biedermeier bis zur Neuen Sachlichkeit (1993); Franz Marc. Tierschicksale. Kunst als Heilsgeschichte (1994); Der Blaue Reiter. Eine Geschichte in Dokumenten (2011) sowie zahlreiche Veröffentlichungen zur NS-Aktion „Entartete Kunst“.

JUL 6.

Vortrag

Im Zwiespalt zwischen Wohnen und Gedenken. Biographische Porträts aus der Siedlung am Vogelherd auf dem Areal des ehemaligen KZ Flossenbürg

Begleitprogramm zur Ausstellung

Referentin: Lena Möller (Uni Regensburg)

Veranstaltungsort: Online oder Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Veranstaltungstermin: 19 Uhr

Anmeldung erforderlich: 089-449993-0 telefonisch oder poststelle(at)hdo.bayern.de per E-Mail

Der Anblick der Siedlung am Vogelherd auf dem Areal des ehemaligen Konzentrationslagers Flossenbürg irritiert. Denn während sich unterhalb der Häuser ein Gedenkstättengelände erstreckt, gehen die heutigen Bewohner auf dem Standort der einstigen Häftlingsbaracken ihrem ganz alltäglichen Leben nach. Die Siedlungshistorie führt zurück in die unmittelbare Nachkriegszeit, wo im Zuge der Wohnungsnot durch die Gemeinde Flossenbürg gezielt Flüchtlinge und Vertriebene für den Kauf und Bau der Häuser angeworben wurden. Heute kann das Gelände weder vom Anspruch des Gedenkens noch von seiner Konnotation als Wohn- und Lebensraum entkoppelt werden.

Im Mittelpunkt des Vortrags stehen die Porträts ehemaliger und jetziger Bewohner und die generationsbergreifende Aneignung und Verhandlung einer Ortsgeschichte voller Zwiespälte.

Lena Möller M.A. ist am Regensburger Lehrstuhl für Vergleichende Kulturwissenschaft als Wissenschaftliche Assistentin tätig, nachdem sie zuvor ein kultur- und geschichtswissenschaftliches Bachelor- und Masterstudium absolvierte. Einer ihrer Forschungsschwerpunkte liegt in der Erzählkulturforschung, insbesondere auf dem Feld des biographischen Erzählens und Erinnerns.

JUL 7.

Buchpräsentation

„Stiefkinder des Wirtschaftswunders? Die deutschen Ostvertriebenen und die Politik des Lastenausgleichs (1952 bis 1975)“ (2020)

Referent: Professor Dr. Manfred Kittel (Berlin / Regensburg)

Veranstaltungsort: Online oder Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Veranstaltungstermin: 19 Uhr

Anmeldung erforderlich: 089-449993-0 telefonisch oder poststelle(at)hdo.bayern.de per E-Mail

Standen die Millionen Heimatvertriebenen in der Bundesrepublik im Schatten des „Wirtschaftswunders“? Das Gesetz über den Lastenausgleich – größtes sozialpolitisches Projekt des jungen Staates – hatte ihnen 1952 Entschädigung und Integrationshilfen im Rahmen der „volkswirtschaftlichen Möglichkeiten“ versprochen und gleichzeitig die Vermögensbesitzer zu Abgaben verpflichtet. Einer breiten Schicht von Leistungsempfängern kam der Lastenausgleich sehr zugute, doch die Entschädigung für verlorenes Grund- und Betriebsvermögen fiel relativ bescheiden aus – auch weil die Ausgleichsmittel weit hinter dem ökonomischen Wachstum zurückblieben. Über die vom ostdeutschen Mittelstand deshalb beklagte Benachteiligung gab es bei Dutzenden Gesetzesnovellen bis in die Zeit der Ostverträge hinein immer wieder heftigen politischen Streit.

Professor Dr. Manfred Kittel (geb. 1962 in Großhaslach (Mittelfranken)) ist Historiker und Professor an der Universität Regensburg. 2009–2014 war er Gründungsdirektor der Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung (Berlin). Kittel ist u.a. Vorsitzender des Beirats am Haus des Deutschen Ostens (HDO) München und Mitglied der Preußischen Historischen Kommission (PHK). Von Manfred Kittel liegen u.a. vor: Die Legende von der „zweiten Schuld“. Vergangenheitsbewältigung in der Ära Adenauer (1993); Provinz zwischen Reich und Republik. Politische Mentalitäten in Deutschland und Frankreich 1918–1933/36 (2000); Nach Nürnberg und Tokio. „Vergangenheitsbewältigung“ in Japan und Westdeutschland 1945 bis 1968 (2004); Vertreibung der Vertriebenen? Der historische deutsche Osten in der Erinnerungskultur der Bundesrepublik (1961–1982) (2007); Bayerns „fünfter Stamm“. Schlesier, Ostpreußen und viele andere Vertriebenengruppen im integrationspolitischen Vergleich mit den Sudetendeutschen (2010); (mit Horst Möller, Jiřjí Pešek und Oldrich Tůma: Deutschsprachige Minderheiten 1945. Ein europäischer Vergleich (2006).

JUL 9.

Konzert

Bach, Boellmann, Schubert und Co.

Künstler: Ilse Maria Reich (Orgel, Klavier, Lesung) und Christoph Reich (Bariton)

Veranstaltungsort: Adalbert-Stifter-Saal im Kulturforum des Sudetendeutschen Hauses, Hochstraße 8, 81669 München

Veranstaltungstermin: 19 Uhr

In Kooperation mit: Kulturwerk der Siebenbürger Sachsen e.V.

Anmeldung erforderlich: 089-449993-0 telefonisch oder poststelle@hdo.bayern.de per E-Mail

Ilse Maria Reich erhielt ihre musikalische Ausbildung in Rumänien, in Prag, in Essen und an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Bis zu ihrer Auswanderung nach Deutschland gehörte sie zur Elite der Orgelvirtuosen in Rumänien. Ihre häufigen Konzerte im Bukarester Athenäum (Philharmonie) und Rundfunk, an den Orgeln des Landes, ihre Konzertreisen durch viele europäische Länder, ihre Teilnahme an zahlreichen Festivals und internationalen Orgelwochen, Rundfunk und Schallplatteneinspielungen, machten sie im In- und Ausland bekannt. Vor ihrer Auswanderung lebte sie 11 Jahre lang in Bukarest, wo sie an der evangelischen Kirche eine hauptamtliche Stelle als Kantorin innehatte. Seit 1988 lebt und musiziert Ilse Maria Reich in Deutschland. Als Gründerin und Leiterin der Städtischen Musikschule Rottenburg war sie 16 Jahre lang pädagogisch tätig, außerdem leitete sie 18 Jahre lang die „Siebenbürgische Kantorei“.

Der Bariton Christoph Reich (geb. in Hermannstadt/Sibiu, Siebenbürgen/Rumänien) machte seine Gesangsausbildung bei der Opernsängerin Viviana Staffini-Araiza und Professor Thomas Gropper. Mit ihnen erarbeitete er sich ein umfangreiches Konzertrepertoire. Neben Oratorien widmet sich der Bariton auch Kantaten und Messen zu. Im Mittelpunkt seiner Beschäftigung mit dem Lied stehen vor allem die beiden großen Romantiker Franz Schubert und Robert Schumann. Konzertauftritte führten den in Landshut lebenden Journalisten bisher unter anderem nach München, Nürnberg, Darmstadt, Bamberg, Heilbronn, Karlsruhe, Bukarest, Hermannstadt, Mediasch, Kronstadt und Luxemburg.

Ilse Maria Reich wird an diesem Abend ihr Publikum mit einem Konzertprogramm aus Orgelwerken von Johann Sebastian Bach, Antonin Dvorák und Léon Boellmann erfreuen sowie aus ihren Erinnerungen „Von Orgel zu Orgel“ lesen.

Lieder für Bariton und Klavier von Franz Schubert, Robert Schumann und Georg Meyndt werden in der Darbietung von Christoph Reich zu hören sein.

JUL 12.

Vortrag

„Wunderland Nidden“ – Über die Künstlerkolonie Nidden auf der Kurischen Nehrung

Referent: Dr. Jörn Barfod (Lüneburg)

Veranstaltungsort: Online oder Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Veranstaltungstermin: 19 Uhr

Anmeldung erforderlich: 089-449993-0 telefonisch oder poststelle(at)hdo.bayern.de per E-Mail

Die Kurische Nehrung mit ihrer einmalig schönen Dünenlandschaft zwischen dem Kurischen Haff und der Ostsee gehört zu den bis heute bekanntesten Landschaften Ostpreußens. Seit dem 19. Jahrhundert entdeckten auch Schriftsteller und Maler diesen Landstrich. Ihre Begeisterung schlug sich in Büchern und auf Bildern nieder.

Um 1880 entstand im Fischerdorf Nidden mitten auf der Kurischen Nehrung (heute Litauen) eine Künstlerkolonie. Hier trafen sich bis 1944 vornehmlich deutsche Künstler des Impressionismus, des Expressionismus und anderer Stilrichtungen zum gemeinsamen Gedankenaustausch und zum Malen in der Landschaft.

Dr. Jörn Barfod (geb. 1956 in Kiel) studierte Kunstgeschichte, Volkskunde, Ur- und Frühgeschichte in Kiel und Wien. 1984 erfolgte die Promotion in Kunstgeschichte. Seit 1985 ist Jörn Barfod Kustos am Ostpreußischen Landesmuseum (Lüneburg), zuständig für die Schwerpunkte Kunst- und Kulturgeschichte.

JUL 26.

Filmsoirée

„Nemez“ (2012)

Referent: Stanislav Güntner (Berlin)

Moderation: Lilia Antipow (München)

Veranstaltungsort: Online oder Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Veranstaltungstermin: 19 Uhr

Anmeldung erforderlich: 089-449993-0 telefonisch oder poststelle(at)hdo.bayern.de per E-Mail

Ein ehemaliger Kunstdieb, sucht nach einer neuen Heimat, einer neuen Bestimmung, und hofft diese in Berlin zu finden. In Russland wird er als Deutscher angesehen und in Deutschland als Russe. Was er ist, was ihn ausmacht, ist soleicht nicht zu sagen, in jedem Falle kämpft darum, sein altes kriminelles Leben hinter sich zu lassen und neu zu beginnen. Auch seinen Namen „Nemez“ trägt er wie einen Seelenspiegel mit sich, übersetzt aus dem russischen bedeutet dieser Name „Deutscher“, aber sein eigentlicher Name ist Dima.

Stanislav Güntner (geb. 1977 in Tscheljabinsk / Sowjetunion) ist Filmregisseur und Drehbuchautor. 1994–1998 Studium der Musik am Heinrich-Schütz-Konservatorium (Dresden), 1999–2006 Studium der Regie für Film und Fernsehspiel an der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München. Als Regisseur, Co-Regisseur und Drehbuchautor war Güntner u.a. an folgenden Filmproduktionen beteiligt: Home, sweet Home (2007); About Ljubov (2008); Nemez (2012); Paradise (2016). Stanislav Güntner wurde u.a. 2008/2009 mit Tankred-Dorst-Drehbuchpreis (für „Bestes Drehbuch“), 2012 mit dem Bayerischen Filmpreis (VGF-Nachwuchsproduzentenpreis) ausgezeichnet.

 

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Veranstaltungsarchiv

2021

Programm Juni bis Juli 2021

Programm September bis Dezember 2021

Terminabsagen und Onlineveranstaltungen aufgrund der Corona-Pandemie September bis Dezember 2021

2022

Programm Januar bis März 2022

Haus des Deutschen Ostens
Logo: Haus des Deutschen Ostens
Programm April bis Juli 2022

Das komplette Programmheft April bis Juli 2022 können Sie hier herunterladen.

Eintritt

Soweit nicht anders vermerkt, ist der Eintritt zu den Veranstaltungen frei.

Anmeldung

Bei Veranstaltungen mit Anmeldung bitten wir um rechtzeitige Platzreservierung per E-Mail.

Auch bei Veranstaltungen ohne Anmeldung gilt: Einlass nur bis zur höchstzulässigen Personenzahl.

Hinweis

Mit der Teilnahme an den Veranstaltungen erklären Sie sich damit einverstanden, dass Sie gegebenenfalls auf Aufnahmen zu sehen sind, die das Haus des Deutschen Ostens im Rahmen seiner Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verwendet.

Veranstaltungsarchiv

Eine Übersicht über unsere Veranstaltungen der vergangenen Jahre finden Sie in den jeweiligen HDO-Journalen.