Veranstaltungen

Änderungen vorbehalten

Ausstellungen

Im Haus des Deutschen Ostens

11. September bis 13. Dezember
Egon Hartmann – Stadtplaner in Ost und West
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag (werktags) 10 bis 20 Uhr
Haus des Deutschen Ostens

Oktober 2019 bis März 2020
Das Who is Who der Deutschen aus dem östlichen Europa, Folge 4
Flurausstellung im 1. OG
Haus des Deutschen Ostens

Außerhalb des Hauses

 

29. November 2019 bis 19. April 2020
Das Isergebirgsmuseum Neugablonz zeigt die HDO-Wanderausstellung „Kann Spuren von Heimat enthalten. Essen und Trinken, Identität und Integration der Deutschen des östlichen Europa“
Alle Informationen finden Sie hier
Isergebirgsmuseum Neugablonz, Bürgerplatz 1, 87600 Kaufbeuren-Neugablonz

 

Januar 2019

Jan 22. 2019

Gedenktag

Ungarischer Gedenktag für die vertriebenen Ungarndeutschen

In Kooperation mit: Generalkonsulat von Ungarn in München

Veranstaltungsort: Generalkonsulat von Ungarn in München, Mauerkircherstr. 1a, 81679 München

Jan 24. 2019

Erzählcafé

mit Ulrich Trebbin

Dr. Renate von Walter im Gespräch mit ... Ulrich Trebbin

Jan 24. 2019

Vortrag

Marie Juchacz - Kämpferin für Frauenrecht

Referentin: Dr. Gisela Notz

Jan 29. 2019

Reisebericht

Von Ordensburgen, Lebkuchen und Baben

Referent: Prof. Dr. Andreas Otto Weber, Direktor des HDO

Jan 31. 2019

Buchpräsentation

Heimatlos - Friedland und die langen Schatten von Krieg und Vertreibung

Referent: Dr. Christopher Spatz

In Kooperation mit: BdV-Landesverband Bayern e.V.

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Februar 2019

Feb 7. 2019

Lesung

"Elli oder die versprengte Zeit"

In Kooperation mit: Landsmannschaft der Banater Schwaben

Lesung: Helmut Erwert

Feb 14. 2019

Erzählcafé

mit Lukas Moj

Dr. Renate von Walter im Gespräch mit Lukas Moj

Feb 14. 2019

Buchpräsentation

Das schlesische Elysium

In Kooperation mit: Deutsche Burgenvereinigung e. V.

Referent: Arne Franke

Feb 19. 2019

Ausstellungseröffnung

Kirchenburgenlandschaft Siebenbürgen

Dauer der Ausstellung: 20. Februar bis 22. März 2019

Öffnungszeiten der Ausstellung: Montag bis Freitag 10 bis 20 Uhr (werktags)

Feb 28. 2019

Konzert

Tierisch Tierisch

Künstler: Brigitte Steinert (Gesang und Moderation) und Kilian Sprau (am Flügel).

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März 2019

Mär 6. 2019

Tradition

Fischessen im "Alten Bezirksamt"

Veranstaltungsort: Gaststätte "Zum Alten Bezirksamt" im HDO

Mär 15. 2019

Vortrag

ICH HABE EINEN GVTEN KAMPF GEKEMPFET – Tod und Bestattung pommerscher Herzöge

Referent: Jens Pickenhan M.A.

Eine Veranstaltung der Gesellschaft für Pommersche Geschichte, Altertumskunde und Kunst e.V. in Kooperation mit dem HDO

Mär 19. 2019

Buchpräsentation

Der befestigte Glaube

Referenten: Jürgen van Buer und Josef Balazs

Mär 26. 2019

Lesung

"Vergiss kein einziges Wort"

Lesung: Dörthe Binkert

Mär 28. 2019

Gespräch

Schlagerstar in Polen, Politiker in Bayern – ein Gespräch mit Tobias Thalhammer

Moderation: Prof. Dr. Andreas Otto Weber, Direktor des HDO

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April 2019

Apr 2. 2019

Ausstellungseröffnung

Wolfgang Niesner: Stadt-Land-Mensch

Referentin: Friederike Niesner (München), Ehefrau und Nachlassverwalterin des Malers.

Apr 4. 2019

Vortrag

Westdeutsche Fahrten nach Polen 1970 - 1990

Referentin: Dr. Corinna Felsch, Justus-Liebig-Universität Gießen

Apr 11. 2019

Konzert

Opernwettbewerb „Gabriela Beňačková“ mit jungen Talenten

In Kooperation mit: Tschechisches Zentrum, München

Apr 19. 2019

Traditionen

Gottesdienst mit Hl. Abendmahl nach der alten schlesischen Liturgie

Eine Veranstaltung der Gemeinschaft evangelischer Schlesier

Apr 29. 2019

Tagesexkursion

Napoleons Enkel, bayerische Herzöge und Cousins des Zaren: Bayerisch-russische Verbindungen im Kloster Seeon, 19.–20. Jahrhundert

Eine Veranstaltung auf Initiative des Vereins der Förderer des Hauses des Deutschen Ostens e.V., München

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Mai 2019

Mai 7. 2019

Begleitprogramm zur aktuellen Ausstellung

Kuratorenführung mit Friederike Niesner

Mai 9. 2019

Erzählcafé

Patricia Erkenberg im Gespräch mit… Dr. des. Lilia Antipow

Mai 9. 2019

Lesung

„Abstufungen dreier Nuancen von Grau“ (2019)

Referentin: Kristiane Kondrat (Augsburg)

Moderation: Thomas Zehender, Verlagsinhaber danube books (Ulm)

In Kooperation mit: Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) e.V. und danube books Verlag

Mai 21. 2019

Programmreihe

‚Versailles‘ und die Neuordnung Europas 1919–1920

Referent: Professor Dr. Dr. h.c. mult. Horst Möller, München

In Kooperation mit: Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) e.V.

 

Mai 28. 2019

Programmreihe

Der Frieden von Brest-Litowsk und die Nationalstaatsgründungen in Osteuropa nach dem Ersten Weltkrieg

Teilnehmer: Professor Dr. Helmut Altrichter, Erlangen-Nürnberg, Dr. des. Lilia Antipow, Haus des Deutschen Ostens, München

In Kooperation mit: Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) e.V.

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Juni 2019

Jun 6. 2019

Vortrag

Das Rätsel der Turmschädel: Die Bajuwaren und der Osten

Referent: Professor Dr. Andreas Otto Weber, Direktor des Hauses des Deutschen Ostens, München

Jun 25. 2019

Ausstellungseröffnung

„Wolfskinder“ – Auf dem Brotweg von Ostpreußen nach Litauen 1945–1948

In Kooperation mit: Botschaft der Republik Litauen in Deutschland (Berlin)

Jun 26. - 30. 2019

Studienreise

Wein und Krönungen, Naturschönheiten und Barock – Eine Reise nach Pressburg und Südmähren

In Kooperation mit: Heimatpflegerin der Sudetendeutschen und Rapp Busreisen (Kammeltal-Ettenbeuren)

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Juli 2019

Jul 4. 2019

Programmreihe

Ein Dialog der Taubstummen: Die Gründung der Tschechoslowakei und die deutsche Minderheit

Referent: Professor Dr. Jaroslav Kučera, Karls-Universität Prag

In Kooperation mit: Tschechisches Zentrum München, Generalkonsulat der Tschechischen Republik, Generalkonsulat der Slowakischen Republik in München und dem Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) e.V.

 

Jul 9. 2019

Programmreihe

Der vergessene Weltkrieg. Europas Osten 1912-1923

Referenten: Professor Dr. Włodzimierz Borodziej und Professor Dr. Maciej Górny, Deutsches Historisches Institut (DHI) Warschau

In Kooperation mit: Generalkonsulat der Republik Polen in München und dem Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) e.V.

Jul 11. 2019

Erzählcafé

Dr. Renate von Walter im Gespräch mit… Wolfgang van Elst

Jul 16. 2019

Zeitzeugengespräch

Charlotte Knobloch privat

Teilnehmer: Dr. h.c. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern; Christian Knauer, Landesvorsitzender des BdV Bayern; Professor Dr. Andreas Otto Weber, Direktor des Hauses des Deutschen Ostens, München

In Kooperation mit: BdV-Landesverband Bayern e.V.

Jul 18. 2019

Buchpräsentation und Konzert

„Verwobene Kulturen im Baltikum – Zwei Musikgeschichten in Lettland von 1700 bis 1945“ (2018)

Referentin: Dr. Kristina Wuss (Berlin)

Künstler: Annette Lubosch (Mezzosopran, München); Olaf Haye (Bariton und Sprecher, Kiel); Sandro Schmalzl (Tenor, München); Roland Albrecht (Bassbariton, Landsberg); Peter Clemente (Violine); Elena Arnovskaya (Klavier, München); Lettischer Chor „Laima“ (München, Leitung: Diana Zavele, Dirigent: Andris Rasmanis, Stellvertretender Dirigent: Linards Kalnins).

Jul 22. 2019

Tagesexkursion

Erinnerungsort Badehaus Waldram

Leitung: Professor Dr. Andreas Otto Weber, Direktor des Hauses des Deutschen Ostens, München

Eine Veranstaltung auf Initiative des Vereins der Förderer des Hauses des Deutschen Ostens e.V., München

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September 2019

 

Sep 10. 2019

Ausstellungseröffnung

Egon Hartmann - Stadtplaner in Ost und West

Eine Ausstellung des Leibniz-Instituts für Raumbezogene Sozialforschung

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens

Veranstaltungsbeginn: 18 Uhr

Referent: Dr.-Ing. Rainer Metzendorf (Architekt, Mainz)

Der Architekt und Stadtplaner Egon Hartmann (geb. 1919 in Reichenberg/Liberec, Böhmen, heute Tschechien; gest. 2009 in München) gilt als „Schlüsselperson des Nachkriegsstädtebaus in Deutschland“ (Sophie Wolfrum) – und das sowohl in der DDR als auch in der Bundesrepublik. In Ostberlin gewann er 1951 den ersten Platz für die Planung der Stalinallee – und im Westen 1958 den zweiten Platz beim internationalen Wettbewerb „Hauptstadt Berlin“.
Auch in der Architekturgeschichte der bayerischen Landeshauptstadt spielte er eine wichtige Rolle. Hier war er von 1959 bis 1974 tätig und maßgeblich am ersten Stadtentwicklungsplan für München und Umgebung beteiligt. Daraus ergab sich die Planung für mehrere Entlastungsstädte für die Metropole, von denen letztendlich Neuperlach realisiert wurde – das größte Städtebauprojekt Westdeutschlands. Egon Hartmann verantwortete die Bauleitplanung und die Ausführung des ersten Bauabschnitts. Mit dem Endergebnis des neuen Stadtteils war er jedoch nie vollständig einverstanden.
Im Ruhestand widmete er sich der bildenden Kunst und unternahm zahlreiche Reisen. 1980 schuf er zudem den Reichenberger Brunnen in Augsburg, der an bedeutende Persönlichkeiten aus Reichenberg erinnert.
Die Ausstellung zeigt das vielfältige Leben Egon Hartmanns, von seiner Jugend in Böhmen und der Kriegsteilnahme, der Vertreibung und neuen Ansiedlung in Thüringen bis hin zu seinen beruflichen Erfolgen und Rückschlägen, anhand von Texten, Dokumenten, Bildern und persönlichen Gegenständen.

Dauer der Ausstellung: 11. September bis 13. Dezember

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag (werktags) 10.00 bis 20.00 Uhr

Sep 16. - 17. 2019

Tagung

Universität und Kommunikation. Die höhere Bildung im deutschen und polnischen Raum als ein grenzüberschreitendes Phänomen (bis zum Jahre 1939)

In Kooperation mit: Polnische Historische Mission an der Universität Würzburg

Unter Beteiligung von: Nikolaus-Kopernikus-Universität Thorn/Toruń, Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Institut für Hochschulkunde an der Universität Würzburg, Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte e.V.

Tagungsort: Toscanasaal in der ehemaligen Residenz der Würzburger Fürstbischöfe (Südflügel), Residenzplatz 2, 97070 Würzburg

Sep 18. 2019

Böhmischer Salon

Wein – Víno – Vínečko!

Veranstalter: Haus des Deutschen Ostens, München, und Adalbert Stifter Verein e.V.

Moderation: Anna Knechtel und Dr. Zuzana Jürgens

Sep 20. 2019

Tradtitionen

Herbstfest

Veranstalter: Haus des Deutschen Ostens und die Gaststätte „Zum Alten Bezirksamt“

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Oktober 2019

Okt 11. 2019

Dies academicus

Zerstörung und Wiederaufbau in Ost- und Westpreußen nach dem Zweiten Weltkrieg

In Kooperation mit: Arbeitsgemeinschaft für ost- und westpreußische Landeskunde der Ludwig-Maximilians-Universität München und Polnische Historische Mission an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Referenten: Jesko Graf zu Dohna (Erlangen); Dr. Renata Skowrońska, Leiterin der Polnischen Historischen Mission an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg; PD Dr. Heinz Starkulla, Ludwig-Maximilians-Universität München; Professor Dr. Andreas Otto Weber, Direktor des Hauses des Deutschen Ostens, München.

Okt 15. 2019

Buchpräsentation

"Viel Mischmasch mitgenommen" - Die Umsiedelungen aus der Bukowina 1940 (2018)

Referentin: PD Dr. Mariana Hausleitner (Berlin)

Okt 19. 2019

Lange Nacht der Münchner Museen

Nachts im Böhmerwald

In Kooperation mit: Adalbert Stifter Verein e.V. (München)

Okt 22. 2019

Filmsoiree

Waldram und seine Nachbarn: Damals im Isartal (2018)

In Kooperation mit: Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) München-Regensburg e.V.

Referentin: Dr. Sybille Krafft (Wolfratshausen)

 

Okt 24. 2019

Begleitprogramm zur aktuellen Ausstellung

Ein architektonischer Spaziergang durch Neuperlach mit Claudia Neeser

Die Diplom-Architektin und Stadtplanerin Claudia Neeser führt alle Interessierten durch den Münchner Stadtteil Neuperlach und erläutert dessen Architekturgeschichte.

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November 2019

Nov 7. 2019

Erzählcafé

Dr. Renate von Walter im Gespräch mit ... Professor Dr. med. Klaus-Dieter Tympner

Eintritt: 5 Euro (inkl. Kaffee und ein Stück Kuchen)

Veranstaltungsort: Gaststätte „Zum Alten Bezirksamt“ im HDO

Veranstaltungsbeginn: 15 Uhr

Klaus-Dieter Tympner wurde 1936 in Plauen im Vogtland geboren. Seine Mutter und seine Großeltern stammten aus Danzig. Klaus-Dieter Tympner war Arzt für Kinder- und Jugendmedizin und von 1976 bis 2001 Leiter der Städtischen Kinderklinik in München-Harlaching. Davor war er von 1972 bis 1976 ehrenamtlicher Stadtrat in München. Er organisierte zahlreiche Reisen nach Ostpreußen und gab gemeinsam mit Bastian Hennigfeld ein Buch darüber heraus: „Die Kurische Nehrung von Kaliningrad nach Klaipeda: Wasser, Wind und Sand – ein anderes Land“ (2014).

Nov 7. 2019

Buchpräsentation

Wolfszeit. Deutschland und die Deutschen 1945 bis 1955 (2019)

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens

Veranstaltungsbeginn: 19 Uhr

Referent: Harald Jähner, Berlin

Ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2019

„Über die Hälfte der Menschen in Deutschland waren nach dem Krieg nicht dort, wo sie hingehörten oder hinwollten, darunter neun Millionen Ausgebombte und Evakuierte, vierzehn Millionen Flüchtlinge und Vertriebene, zehn Millionen entlassene Zwangsarbeiter und Häftlinge, Abermillionen nach und nach zurückkehrende Kriegsgefangene. Wie sich dieses Gemenge von Versprengten, Verschleppten, Entkommenen und Übriggebliebenen entflocht und neu zusammenfand und wie aus Volksgenossen allmählich wieder Bürger wurden, davon handelt dieses Buch.“ (Harald Jähner, Wolfszeit).

Harald Jähners große Mentalitätsgeschichte entwirft zeittypische und schillernde Portraits der Deutschen in der Nachkriegszeit. Beate Uhse (geb. in Cranz, Ostpreußen), die mit ihrem „Versandgeschäft für Ehehygiene“ alle Vorstellungen von Sittlichkeit infrage stellte, kommt darin ebenso vor wie die Vertriebenen aus dem östlichen Europa, die namenlosen Schwarzmarkthändler, in den Taschen die mythisch aufgeladenen Lucky Strikes, oder die stilsicheren Hausfrauen am nicht weniger symbolhaften Nierentisch der anbrechenden Fünfziger. Das gesellschaftliche Panorama eines Jahrzehnts, das entscheidend war für die Deutschen und in vielem ganz anders, als man oft glaubt.

Harald Jähner ist Autor, Journalist und seit 2011 Honorarprofessor für Kulturjournalismus an der Universität der Künste Berlin. Er schrieb für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Berliner Zeitung, bei der er bis 2015 das Feuilleton leitete.

Nov 14. 2019

Begleitprogramm zur Ausstellung „Sag Schibbolet!“

Auf dem Weg nach Hause am Rhein verhaftet – Die unerzählte Geschichte des 1944 in München hingerichteten Grenzgängers Arthur Vogt

In Kooperation mit: Jüdisches Museum München

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens

Veranstaltungsbeginn: 19 Uhr

Referent: Niko Hofinger (Innsbruck)

Arthur Vogt sprach nur Schweizerdeutsch. Er wurde 1912 in St. Gallen geboren und war wegen der altösterreichischen Herkunft seines Tiroler Großvaters ohne sein Zutun bald Tschechoslowake, dann auch noch Sudetendeutscher geworden. Sein Leben endete als 32jähriger Mann 1944 auf dem Schafott des Münchener Strafgefängnisses Stadelheim, weil er im Jahr davor versucht hatte, über den Rhein zu seinen Eltern in die Schweiz zu gelangen.

Arthur Vogt passt in keine der bekannten Kategorien von Opfern des NS-Staates. Er wurde nicht aus politischen oder rassischen Gründen verfolgt, sondern geriet als mittelloser Arbeiter zunächst in den Fokus der Schweizer, später der nationalsozialistischen Klassenjustiz. Ab dem Alter von zwanzig Jahren wurde er wegen Verstöße gegen die bürgerliche Sexualmoral und die Fremdengesetze immer wieder kurz eingesperrt und danach umgehend über die nächste Grenze ausgewiesen. Bei seinem letzten Versuch illegal über die Grenze in die Schweiz zu gelangen, wurde er verhaftet, der „Feindbegünstigung“ bezichtigt und vom Berliner Volksgerichtshof zum Tode verurteilt.

Niko Hofinger ist Historiker, Autor und Kurator. Seit über zwanzig Jahren forscht und publiziert er zu jüdischer und regionaler Geschichte. Für seine Mitwirkung am israelisch-österreichischen Dokumentarfilm „Der Mann, der zweimal starb“ erhielt er 2018 den Research Award des DocAviv Filmfestivals in Tel Aviv. 2018 erschien sein Romandebüt „Maneks Listen“, eine turbulente Fluchtgeschichte quer durch Mitteleuropa.

Nov 15. 2019

Programmreihe

Von Siegern und Verlierern Gesellschaftlicher Wandel und Minderheitenschutz in Ungarn und Rumänien nach dem Ersten Weltkrieg, Symposium

In Kooperation mit: Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) an der LMU München und Hanns-Seidel-Stiftung, München

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens

Uhrzeit: 15 - 20 Uhr

Teilnehmer: Dr. Florian Kührer-Wielach, Direktor des IGKS an der LMU München; Professor Dr. Gerhard Seewann (München); Professor Dr. Bernd Fabritius, Präsident des Bundes der Vertriebenen und Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten; György Dalos, Schriftsteller und Historiker (Berlin)

Das Symposium widmet sich der Situation der beiden Nachbarländer Ungarn und Rumänien nach dem Ersten Weltkrieg. Während die massiven Gebietsverluste des Königreichs Ungarn im Rahmen der Pariser Vorortverträge bestätigt wurden, zählt Rumänien zu den großen Gewinnern des Ersten Weltkriegs. Die multikulturell geprägten, ostungarischen Gebiete Siebenbürgen, Banat und Partium wurden 1918 de facto, 1919/1920 auch völkerrechtlich zu einem Teil „Großrumäniens“. Im Rahmen der beiden Vorträge von Professor Gerhard Seewann und Dr. Florian Kührer-Wielach werden die Phase der staatlich-gesellschaftlichen Neuorientierung und die damit verbundenen Konsolidierungsversuche in den beiden Ländern nach dem Ersten Weltkrieg untersucht. Ein besonderer Fokus wird dabei auf die Situation der Minderheiten gelegt.

In einer anschließenden Podiumsdiskussion diskutieren die beiden Vortragenden gemeinsam mit dem ungarischen Schriftsteller und Historiker György Dalos und dem Beauftragen der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Professor Dr. Bernd Fabritius, über Minderheitenschutz in Vergangenheit und Gegenwart in Ungarn, Rumänien und Deutschland. Es moderiert Henning Senger, Hanns Seidel Stiftung, München.

Dr. Florian Kührer-Wielach (geb. 1982 in Horn/Österreich) ist Direktor des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas e. V. (IKGS) an der LMU München.

Professor Dr. Gerhard Seewann (geb. 1944) ist Historiker und Philosoph. Nach dem Studium der Geschichte und Philosophie in Graz war u.a. als Leiter der Bibliothek des Südost-Instituts in München tätig. Der Schwerpunkt seiner Forschung liegt auf der Geschichte Ungarns, insbesondere auf der Frage der nationalen Minderheiten.

Dr. Bernd Fabritius (geb. 1965 in Agnetheln, Siebenbürgen/Rumänien) ist Politiker und seit 2014 Präsident des Bundes der Vertriebenen.

György Dalos (geb. 1943 in Budapest/Ungarn) ist Schriftsteller und Historiker und einer der Mitbegründer der demokratischen Opposition in Ungarn. Seit 1984 lebt er im Westen, abwechselnd in Deutschland und Österreich.

Nov 21. - 25. 2019

11. HDO-Studientage

Adel und Adelsnetzwerke

In Kooperation mit: Polnische Historische Mission an der Universität Würzburg und Lehrstuhl für Bayerische und Fränkische Landesgeschichte an der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg

Tagungsort: Bildungsstätte „Der Heiligenhof“, Alte Euerdorfer Straße 1, 97688 Bad Kissingen

Schon unter Karl dem Großen, den man den Schöpfer des „christlichen Europas“ nennt, gab es eine über das ganze Frankenreich vernetzte Führungsgruppe: den Adel. Mit der Integration der slawisch-awarischen und später ungarischen Herrschaftskomplexe östlich des Frankenreichs in das christliche Europa im Laufe des Mittelalters erweiterte sich der Radius dieses Adelsnetzwerks nach Osten, so dass es Anschluss an die dort bestehenden Führungsgruppen fand. Eheverbindungen zwischen Herrscherhäusern schufen neue Allianzen, mit ihnen kamen weitere Familien ins Land.

Im Rahmen des mittelalterlichen Landesausbaus wurde der Raum des östlichen Mitteleuropas zum Entfaltungs- und Begegnungsraum von Landesausbau und Entwicklung weitläufiger Beziehungen, die sich besonders in der Zeit nach 1500 intensivierten.

Dieser für das Verständnis Mitteleuropas zentralen Entwicklung und ihren bis in die Gegenwart erkennbaren Spuren gehen die HDO-Studientage nach. Experten und Expertinnen aus Deutschland, Polen, Tschechien und anderen Ländern setzten sich damit in ihren Fachreferaten auseinander. Auch Studierende des Fachs Geschichte der FAU Erlangen-Nürnberg sind mit Eigenbeiträgen an den Studientagen beteiligt.

Im Rahmen der Studientage findet eine Exkursion zum Schloss Schwarzenberg (Scheinfeld) statt.

Tagungsbeitrag: 120 Euro + einmalig 7,40 Euro Kurtaxe für 4 Übernachtungen mit Vollpension, EZ-Zuschlag: 40 Euro

Anmeldeschluss: 25. Oktober 2019

Das ausführliche Tagungsprogramm sowie alle Informationen zur Anmeldung können Sie telefonisch unter 089/44993-0 oder per E-Mail unter poststelle(at)hdo.bayern.de anfordern.

Änderungen vorbehalten.

Nov 29. - 30. 2019

Traditionen

Feier der Heiligen Barbara

Festgottesdienst zu Ehren der Heiligen Barbara, der Patronin der Bergleute

Veranstaltungstermin: Freitag, 29. November 2019
Uhrzeit: 17.30 Uhr
Veranstaltungsort: St. Jakobskirche, Am Anger, St.-Jakobs-Platz 1, 80331 München

Festakt zu Ehren der Heiligen Barbara, der Patronin der Bergleute

Veranstaltungstermin: Samstag, 30. November 2019
Uhrzeit: 16.00 Uhr
Veranstaltungsort: Kantine des Bundeswehrverwaltungszentrums, Dachauer Straße 128, 80637 München

Veranstalter: Kreisgruppe München der Landsmannschaft der Oberschlesier e.V.

Die Feier wird am 4. Dezember, dem Gedenktag der Heiligen Barbara, begangen, der bereits seit dem 12. Jahrhundert zum Festtagskalender der katholischen Kirche gehört. Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts ist der Barbaratag ein Bestandteil der oberschlesischen Festtradition und gilt als der bedeutendste Feiertag im Jahreslauf. Von Oberschlesien aus breitete sich der Brauch auch in Mitteldeutschland aus. Die Hl. Barbara steht für Glaubensfestigkeit und gilt als Schutzpatronin der Sterbenden, der Bergleute und der Geologen, der Architekten und der Bauarbeiter sowie der Feuerwehr. Vor allem gegen einen plötzlichen Tod und gegen Naturphänomene wie Donner und Blitz, so glaubte man, sollte die Anbetung der Hl. Barbara helfen. Die besondere Verehrung, die der Heiligen in Oberschlesien zukommt, ergibt sich daraus, dass sie auch als Schutzpatronin der Region gilt. Am Namenstag der Heiligen fanden in oberschlesischen Gebieten Kirchenfeier, Grubendankfeste und Geselligkeiten statt. Dabei wurde der Familie und der Gemeinschaft gehuldigt. In mit Tannengrün geschmückten Zechenhäusern sowie in anderen Festräumlichkeiten wurden St. Barbara-Altäre oder Barbarabilder aufgestellt. Heute ist es üblich, auch oberschlesische Wappen und Grubenlampen an einer repräsentativen Stelle zu platzieren. Höhepunkt des Barbaratages war und ist ein Begmannsumzug, der sich aus Musikern, Uniformierten und Nichtuniformierten zusammensetzt. Bergmänner erscheinen hierzu in ihren Trachten, im schwarzen Bergmannskittel mit 29 goldenen Knöpfen – die Zahl symbolisierte das Lebensalter der Heiligen – und mit Federbüschen geschmückten Tschakos auf dem Kopf. Es war üblich, aufgeblühte Kirschenzweige seinen Nächsten mit Glückwünschen zu überreichen. Nach 1945 zelebrieren Schlesier, die infolge von Flucht und Vertreibung nach Deutschland kamen, bei der Barbarafeier die Traditionen der schlesischen Heimat. Dieses Jahr wird der Tag der Heiligen Barbara gemeinsam mit den Bergknappen aus den stillgelegten bayerischen Bergwerken Hausham und Peißenberg begangen.

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Dezember 2019

Dez 5. 2019

Erzählcafé

Dr. Renate von Walter im Gespräch mit... Renate Beck-Hartmann

Veranstaltungsort: Gaststätte „Zum Alten Bezirksamt“ im HDO

Veranstaltungsbeginn: 15 Uhr

Eintritt: 5 Euro (inkl. Kaffee und ein Stück Kuchen)

Renate Beck-Hartmann wurde 1950 als Tochter des Architekten Egon Hartmann in Erfurt geboren. 1954 nahm ihre Familie die Flucht in den „Westen“ vor. Nach dem Abitur und Sprachenstudium in München folgten die Berufsjahre in Stuttgart in der Industrie und im kulturellen Bereich. 1980 zog Renate Beck-Hartmann nach Brüssel um, wo sie freiberuflich als Deutschlehrerin tätig war und ein Studium der Archäologie und Kunstgeschichte an der französischsprachigen Universität Louvain-la-Neuve mit einem Magisterexamen abschloss. 1990 folgte die Rückkehr nach Deutschland. Ihre intensiven Recherchen zur Familien- und Heimatforschung führten sie mehrmals in die Heimat ihrer Eltern nach Nordböhmen. 2011 gab sie die Lebenserinnerungen ihres Vaters Egon Hartmann heraus. Außerdem legte sie die Darstellung „Die Pohl-Förster in den Clam-Gallas Revieren“ (2013) vor und ist Mitherausgeberin von „Zwei Schwestern an der Front – Edina Gräfin Clam-Gallas und Therese Gräfin Buquoy als Malteserschwestern im Ersten Weltkrieg (1915–1918) (2015). Renate Beck-Hartmann ist Mitglied im Vorstand des Vereins der Förderer des Hauses des Deutschen Ostens in München e.V.

Dez 5. 2019

Programmreihe

„Wir“ und „die Anderen“ – Minderheiten nach 1918 zwischen Konflikt, Identität und Loyalität, Podiumsgespräch

In Kooperation mit: Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) an der LMU München

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens

Veranstaltungsbeginn: 19 Uhr

Podiumsteilnehmer: Ulrich Sachweh (München) und PD Dr. Tobias Weger, IKGS an der LMU

Moderation: Professor Dr. Andreas Otto Weber, Direktor des Hauses des Deutschen Ostens, München

Die Veränderungen der Landkarte Europas nach dem Ersten Weltkrieg und dem Abschluss der Friedensverträge brachten nicht nur neue Staaten hervor, sondern innerhalb dieser auch neue Minderheiten. Das waren zum Beispiel die Deutschen und Ungarn in der neu entstandenen Tschechoslowakei oder die Ungarn in Rumänien. Andere Gruppen blieben Minderheiten, aber in einem neuen Staatengefüge, so die Deutschbalten in Estland, Lettland und Litauen.

Die Voraussetzungen, die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die soziale Zusammensetzung waren bei all diesen Gruppen sehr unterschiedlich. Vor diesem historischen Hintergrund soll im Podiumsgespräch „‚Wir‘ und ‚die Anderen‘„ der Frage nachgegangen werden, welche Auswirkungen die politische und gesellschaftliche Entwicklung auf die einzelnen Menschen hatte. Wie bildeten sich neue Identitäten heraus? Welche Loyalitäten entstanden und welche wurden gefordert? Anhand von Fallbeispielen werden der Historiker PD Dr. Tobias Weger und der Coach und Heilpraktiker für Psychotherapie Ulrich Sachweh versuchen, eine neue Perspektive auf die Situation nach 1918 zu entwickeln.

Ulrich Sachweh ist Coach und Heilpraktiker für Psychotherapie in München. Im HDO leitete er einen Gesprächskreis zum Thema „Vertreibung, Flucht, Neuanfang“ und war Referent der Vortragsreihe „Die deutsche Geschichte und ihre Auswirkung auf die Familie“.

PD Dr. Tobias Weger ist Historiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter am IKGS in München. Von ihm liegen unter anderem vor: „Großschlesisch? Großfriesisch? Großdeutsch! Ethnoregionalismus in Schlesien und Friesland, 1918–1945“ (2017) und „Kunst zur Kriegszeit 1914–1918. Künstler aus Schlesien zwischen Hurrapatriotismus und Friedenssehnsucht“ (2015, mit Johanna Brade).

Dez 8. 2019

Traditionen

Gottesdienst mit Hl. Abendmahl nach der alten schlesischen Liturgie

Prediger: Pfr. i.R. Klaus Lobisch

Veranstalter: Gemeinschaft evangelischer Schlesier e.V.

Ort: Magdalenenkirche, Ohlauer Strasse 16, 80997 München-Moosach

Uhrzeit: 14:30 Uhr

Die Reformation verbreitete sich in Schlesien seit dem 16. Jahrhundert. Die deutsche Bevölkerung der Region wurde mehrheitlich evangelisch. Zwar musste die evangelische Kirche im Zuge der Gegenreformation Rückschläge erleiden. Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges, erst recht nach dem Anschluss Schlesiens an Preußen im 18. Jahrhundert wurden jedoch alle Beschränkungen in der Glaubensausübung für Luthers Anhänger aufgehoben. Anfang des 19. Jahrhunderts erhielt die Universität Breslau als erste akademische Anstalt in Schlesien eine evangelische theologische Fakultät.

Nach Kriegsende 1945 und der darauf folgenden Vertreibung hielten evangelische Schlesier, die nach Deutschland kamen, an den Kirchenritualen ihrer Heimat fest. Dazu gehörte die alte schlesische Liturgie. Im Unterschied zu anderen liturgischen Ordnungen der evangelischen Kirche setzt sie den Akzent auf die aktive Beteiligung der Gläubigen am Gottesdienst. Eine große Rolle spielt dabei das Gebet, das von der Gemeinde im Chor gesungen wird. Die schlesische Liturgie verwendet außerdem ihre eigenen Gesangbücher, deren Liedbestand sich im Laufe der Jahrhunderte mehrfach änderte. Die ältesten Lieder, die bereits über 400 Jahre alt sind, gehen auf die schlesischen Dichter Christian Knorr von Rosenroth und Johann Heermann zurück. In musikalischer Hinsicht steht die schlesische Liturgie der katholischen und orthodoxen Kirchenmusik nahe. Sie präsentiert somit ein Stück lebendiger Geschichte der evangelischen Kirche in dieser Region.

Dez 10. 2019

Begleitprogramm zur aktuellen Ausstellung

Führung durch die Ausstellung mit Renate Beck-Hartmann, Egon Hartmanns Tochter

Uhrzeit: 18 Uhr

Anmeldung telefonisch unter 089/44 99 93-0 oder per E-Mail unter poststelle(at)hdo.bayern.de erforderlich

Dez 12. 2019

Konzert

Der Mann, der seine Geige wie ein Spielzeug handhabte: Der böhmische Violin-Virtuose Karel Halíř (1859–1909)

In Kooperation mit: Heimatpflegerin der Sudetendeutschen und Pasinger Fabrik (München)

Veranstaltungsort: Pasinger Fabrik. Kultur- und Bürgerzentrum der Landeshauptstadt München, August-Exter-Strasse 1, 81245 München

Veranstaltungsbeginn: 19 Uhr

Künstler: Halíř Trio (Eduardo García Salas (Geige), Jana Podolská (Cello), Václav Mácha (Klavier))

Der weltberühmte böhmische Violinist und Musikpädagoge Karel Halíř (geb. 1859 in Hohenelbe/Riesengebirge, heute Tschechien; gest. 1909 in Berlin) studierte Violine am alten Konservatorium Prag bei Anton Bennewitz und an der Berliner Musikhochschule bei Joseph Joachim. Der Sohn eines Sparkassenbuchhalters machte eine steile Karriere. In Bezug auf Violine und Musik war Halíř der Leonardo da Vinci der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und des frühen 20. Jahrhunderts. Der böhmische Geiger hat sich in allen vier wichtigen Aspekten, in denen sich ein Geiger entwickeln kann, auf sehr hohem Niveau hervorgetan: als Solist, Kammermusiker, Konzertmeister und Professor. Als Violinist gastierte er auf renommiertesten Bühnen der Welt wie der Carnegie Hall, trat mit den New Yorker Philharmonikern, dem New York Symphony Orchestra und den Berliner Philharmonikern auf. Seine Engagements als Konzertmeister führten ihn nach Königsberg, Mannheim und Weimar. Den Höhepunkt seiner Karriere erreichte er als Konzertmeister an der Königlichen Hofoper Berlin und als Professor an der Berliner Musikhochschule. Der so gesellige wie korpulente Stargeiger zählte zu den Lokalgrößen der Stadt. Doch sein früher Tod am 21. Dezember 1909 ließ Karel Halíř bald in Vergessenheit geraten.

Zur Einführung spricht Justina Schreiber (Journalistin).

Das Halíř Trio wurde 2016 gegründet mit dem Ziel, die Persönlichkeit und das Werk des Geigenvirtuosen Karel Halíř bekannt zu machen. Zum Ensemble gehören die slowakische Cellistin Jana Podolská, der tschechische Pianist Václav Mácha und der in Prag lebende spanische Geiger Eduardo García Salas. Mitglieder des Halíř Trios sind Gewinner internationaler Wettbewerbe wie des Slowakischen Konservatoriumswettbewerbs, des Karl-Bergemann-Wettbewerbs in Hannover, des Europäischen Musikpreiswettbewerbs in Hannover u.a. Die Gruppe trat auf Festivals in Kastilien-La Mancha, Juventudes Musicales de Mahón, bei Kammermusikreihen in Córdoba, im Metropole Theatre (Tarragona, Spanien), im Auditorium Enrique Granados (Lleida, Spanien) und in vielen Städten Tschechiens, Deutschlands, Italiens und der Slowakei auf. Im Sommer 2017 nahm das Halíř Trio seine erste CD „Granados – Dvořák“ auf.

Dez 13. 2019

Vortrag

Zwischen Lothringen und Ostpreußen. Der Kampf um die Erbfolge im Hause Croy und das Gedenken an die Greifenfamilie als Lebensaufgabe für Anna von Pommern und ihren Sohn Ernst Bogislaw von Croy

In Kooperation mit: Gesellschaft für pommersche Geschichte, Altertumskunde und Kunst e. V.

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens

Veranstaltungsbeginn: 18 Uhr

Referent: Dr. Haik Thomas Porada, Leibniz-Institut für Länderkunde, Leipzig

Anna von Pommern (1590–1660) war die letzte lebende Angehörige des Greifenhauses. Sie heiratete im ersten Jahr des Dreißigjährigen Krieges einen katholischen Reichsfürsten, dessen Familie im Westen des Heiligen Römischen Reiches und in Frankreich begütert war. Ihr Sohn, Ernst Bogislaw von Croy (1620–1684), kämpfte zwar ein Leben lang vergeblich um sein väterliches Erbe, machte sich dafür aber um die Bewahrung des Gedenkens an die Familie seiner Mutter in hohem Maße verdient. Das Croy-Fest der Greifswalder Universität und der Croy-Teppich im Pommerschen Landesmuseum sind nur zwei Beispiele für sein segensreiches Wirken. Dem bemerkenswerten Lebensweg dieses barocken Fürsten, der quer durch Europa von Lothringen nach Pommern, von dort in die Niederlande, nach Frankreich, England, Italien, Dänemark und Polen führte sowie schließlich in Königsberg in Preußen seine Vollendung fand, soll in diesem Vortrag gefolgt werden. Dynastisches Denken und die Auseinandersetzung um den wahren Glauben waren dabei zeitgemäß die bestimmenden Faktoren. In Vor- wie auch in Hinterpommern haben Anna von Pommern und Ernst Bogislaw von Croy bis zum heutigen Tag vielfältige Spuren hinterlassen.

Dr. Haik Thomas Porada wurde 1972 in Greifswald geboren. Nach dem Studium der Geschichte, Skandinavistik und Geographie in Greifswald, Marburg und Stockholm wurde er mit einer Arbeit über die Entwicklung der Fischereiorganisation in Pommern in der Frühen Neuzeit promoviert. Seit 2002 zeichnet er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leibniz-Institut für Länderkunde in Leipzig für die Redaktion der Buchreihe „Landschaften in Deutschland“ verantwortlich. 2017 wurde er zum Vorsitzenden der Historischen Kommission für Pommern gewählt.

Dez 17. 2019

Lesung

„Auf leisen Sohlen. Annäherungen an Katzendorf“ (2019)

In Kooperation mit: Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) an der LMU München

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens

Veranstaltungsbeginn: 19 Uhr

Referentin: Dagmar Dusil (Bamberg)

Moderation: Josef Balazs (Nürnberg)

Dagmar Dusil war ein Jahr lang Dorfschreiberin von Katzendorf/Caţa. Insider, das heißt Feuilleton-Leser der großen Tageszeitungen, wissen darüber Bescheid, denn das siebenbürgische Katzendorf ist europaweit ein Begriff. In Deutschland gibt es seit 1974 das Stadtschreiberamt. Damit werden bedeutende Autoren der Gegenwart gewürdigt und ausgezeichnet. In Siebenbürgen vergibt eine Jury auf Initiative des Filmemachers und Dichters Frieder Schuller seit 2011 einen Dorfschreiberpreis. Die Schriftstellerin Dagmar Dusil war 2017 die fünfte Auserwählte. Mit dieser Auszeichnung ist folgendes Angebot verbunden: „der Dorfschreiber kann wohnen nach Schreibeslust ein Jahr lang im Pfarrhaus von Katzendorf/Caţa und das Preisgeld als tägliches Brot hinnehmen. Er/Sie kann und soll sich umsehen, in die Sprache der Dorfbewohner hineinhören, sich wundern, mitreden, um einen Dichterbeitrag zum gegenwärtigen Transsilvanienbild hinzuzufügen.“
Dagmar Dusil hat all dies beherzigt und pünktlich zur Leipziger Buchmesse 2019 ein Buch herausgebracht: „Auf leisen Sohlen, Annäherungen an Katzendorf“ (Pop-Verlag, Ludwigsburg).
In einem Gespräch mit Moderator Josef Balazs wird Dagmar Dusil ihr Buch und ihr spannendes Jahr in Siebenbürgen, in Katzendorf, präsentieren und etliche Passagen daraus lesen.
Dagmar Dusil (geb. 1948 in Hermannstadt, Siebenbürgen/Rumänien) studierte Anglistik und Germanistik in Klausenburg. Seit 1985 lebt sie in Deutschland. Dagmar Dusil veröffentlicht Lyrik und Prosa. 2014 erhielt sie den GEDOK-Förderpreis für Literatur. Von ihr erschienen zuletzt: Kulinarisches Heim- und Fernweh (2006); Wie die Jahre verletzen (2012); Hermannstädter Miniaturen (2012); Blick zurück durchs Küchenfenster (2007/ 2014); Transitschatten (2015); Tor für die Sterne (2016).
Josef Balazs M.A. (geb. 1952 in Kronstadt, Siebenbürgen/Rumänien) studierte Germanistik und Romanistik an der Universität Hermannstadt. Nach seiner Tätigkeit als Lehrer wechselte er in den IT-Bereich. Er ist u.a. Mitherausgeber des Fotobandes „Der befestigte Glaube. Kirchenburgen in Siebenbürgen“ (2018). Seine Beiträge erschienen in der MATRIX, in der Siebenbürgischen Zeitung sowie in der AdZ für Rumänien. Zu einer festen Institution im Nürnberger Kulturleben wurden seine Literatur-, Konzert- und Theaterprojekte.

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Rückblick

Rückblick auf das Veranstaltungsjahr 2018

Haus des Deutschen Ostens
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Programm September bis Dezember 2019

Das komplette Programmheft September bis Dezember 2019 können Sie hier herunterladen.

Eintritt

Soweit nicht anders vermerkt, ist der Eintritt zu den Veranstaltungen frei.

Anmeldung

Bei Veranstaltungen mit Anmeldung bitten wir um rechtzeitige Platzreservierung per E-Mail.

Auch bei Veranstaltungen ohne Anmeldung gilt: Einlass nur bis zur höchstzulässigen Personenzahl.

Hinweis

Mit der Teilnahme an den Veranstaltungen erklären Sie sich damit einverstanden, dass Sie gegebenenfalls auf Aufnahmen zu sehen sind, die das Haus des Deutschen Ostens im Rahmen seiner Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verwendet.

Veranstaltungsarchiv

Eine Übersicht über unsere Veranstaltungen der vergangenen Jahre finden Sie in den jeweiligen HDO-Journalen.