Veranstaltungen

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Ausstellungen

Im Haus des Deutschen Ostens

9. November 2022 bis 27.Januar 2023
Flüchtlinge und Vertriebene im Münchner Norden
Kooperation: Sudetendeutsche Landsmannschaft
Öffnungszeiten: Montag - Freitag (werktags) 10 - 20 Uhr, Weihnachtsferien geschlossen
Haus des Deutschen Ostens

 

Außerhalb des HDO

HDO in Deutschland:

06. November 2022 bis 23. April 2023
Kann Spuren von Heimat enthalten - Eine Ausstellung über Essen und Trinken, Identität und Integration der Deutschen des östlichen Europa
Öffnungszeiten: 06. November 2022 bis 23. April 2023
Freitag: 9 - 17 Uhr; Samstag und Sonntag: 13 - 17 Uhr
Ausstellungsort: Erinnerungsort BADEHAUS, Kolpingplatz 1, 82515 Wolfratshausen

 

HDO in Europa:

Zur Zeit finden keine Ausstellungen des HDO außerhalb Deutschlands statt.

 

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Januar 2023

JAN 10.

Programmreihe - Ostsee/ Filmsoirée

"Seestück" (2018)

Veranstaltungsbeginn: Dienstag, 10. Januar 2023, 19.00 Uhr

Referent: Volker Koepp (Berlin)

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

JAN 17.

Podiumsgespräch

Zukunft der siebenbürgischen Kirchenburgenlandschaft

Veranstaltungsbeginn: Dienstag, 17. Januar 2023, 19.00 Uhr

Teilnehmer: Dr. Konrad Gündisch (Historiker), Friedrich Gunesch (Hauptanwalt der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien und Vorstandsvorsitzender der Stiftung Kirchenburgen), Rainer Lehni (Bundesvorsitzender des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e.V.)

Grußwort: Reinhart Guib, Bischof der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien.

Moderation: Dr. Iris Oberth (Leiterin des Kulturwerks der Siebenbürger Sachsen e.V.).

Impulsvortrag: Tudor Pavelescu

Musiker: Gergely Szurgyi (Gitarre)

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Anmeldung erforderlich: 089-449993-0 telefonisch oder poststelle(at)hdo.bayern.de per E-Mail

In Kooperation mit: Stiftung Kirchenburgen e.V., Kulturwerk der Siebenbürger Sachsen e.V.

JAN 19.

Begleitprogramm zur Ausstellung

Kuratorenführung mit Dr. Falk Bachter

Veranstaltungsbeginn: Donnerstag, 19. Januar 2023, 17.00 Uhr

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

In Kooperation mit: Sudetendeutsche Landsmannschaft e.V.

JAN 31.

Traditionen

Ungarischer Gedenktag

Veranstaltungsbeginn: Dienstag, 31. Januar 2023, 18 Uhr

Veranstaltungsort: Adalbert-Stifter-Saal im Sudetendeutschen Haus, Hochstr. 8, 81669 München

In Kooperation mit: Generalkonsulat von Ungarn in München

Anmeldung erforderlich bis zum 23. Januar 2023 per E-Mail an einladung-muenchen(at)mfa.gov.hu oder unter 089 96 22 80 200

Grußworte: Imre Ritter, Parlamentsabgeordneter der Ungarndeutschen und Sylvia Stierstorfer MdL, Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene

Referentin: Dr. habil. Márta Müller: Von der Wiege bis zur Hochschule – Aktuelle Tendenzen des ungarndeutschen Schulwesens

Traditionsgemäß laden das Generalkonsulat von Ungarn in München und das Haus des Deutschen Ostens im Januar zu einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung anlässlich des Ungarischen Gedenktages für die vertriebenen Ungarndeutschen ein.

Im Anschluss an die Veranstaltung laden das HDO und das Ungarische Generalkonsulat zu einem kleinen Empfang.

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Februar 2023

FEB 02. - 05.

13. HDO Studientage

Glaubensflüchtlinge vom 16. bis 19. Jahrhundert zwischen dem Heiligen Römischen Reich und seinen östlichen Nachbarregionen

Veranstaltungszeitraum: Donnerstag, 02. Februar, bis Sonntag, 05. Februar 2023

Tagungsort: Online und Kloster Banz, Kloster-Banz-Straße, 96231 Bad Staffelstein

In Kooperation mit: FAU, Polnische Historische Mission, Hanns Seidel Stiftung

Seit der Vertreibung der Juden aus Spanien im Jahr 1492 wurden in Europa immer wieder Menschen wegen ihres Glaubens aus ihrer Heimat vertrieben oder mussten in andere Regionen fliehen. In Folge der Reformation und der Konfessionalisierung im Heiligen Römischen Reich teilte sich Mitteleuropa mehr und mehr in altgläubig-katholisch beherrschte und evangelisch und reformiert beherrschte Gebiete auf. Der Augsburger Religionsfriede brachte mit der Formel „cuius regio eiius religio“ den Reichsständen (weltliche und geistliche Fürstentümer und Reichsstädte) die Möglichkeit, einerseits in ihrem Territorium die Konfession zu bestimmen und andererseits Untertanen, die sich nicht zur Konfession des Landesherren bekennen wollten, auszuweisen. Aus vielen katholisch beherrschten Gebieten des Reichs wurden auf diese Weise evangelische und reformierte Christen, aber umgekehrt auch Katholiken zur Auswanderung in Gebiete gezwungen, in denen sie ihre Konfession behalten konnten.

In Frankreich führte die Verfolgung der protestantischen Hugenotten nach 1685 zu einer großen Auswanderungswelle in die evangelischen Reichsterritorien. Ganze Hugenottenstädte, wie das mittelfränkische Erlangen oder Hanau und Bad Karlshafen in Hessen, wurden für sie erbaut. Zuvor waren schon Protestanten aus den österreichischen Erzherzogtümern als „Exulanten“ in evangelische Herrschaftsgebiete in Franken geflohen. Zahlreiche Glaubensflüchtlinge wählten ihr Fluchtziel auch in östlichen Nachbarregionen des Reichs: Viele Mennoniten kamen als Siedler ins in Glaubensfragen weitgehend tolerante Polen oder nach Mähren, obwohl Mähren zu dieser Zeit selbst Teil des Reichs war.

Noch im 18. Jahrhundert wurden etwa 20.000 Protestanten, die ihren Glauben geheim ausübten, aus dem Fürsterzbistum Salzburg vertrieben und zum großen Teil in Ostpreußen, aber auch in den USA angesiedelt. Aus Oberösterreich und der Steiermark ließen die Habsburger ebenfalls „Kryptoprotestanten“ bis nach Siebenbürgen deportieren, wo bereits die evangelischen Siebenbürger Sachsen lebten.

Die 13. HDO-Studientage im Kloster Banz, auf deren Programm auch diesmal wissenschaftliche und studentische Vorträge stehen, nehmen diese Entwicklungen im Detail in den Blick.

Das vollständige Programm inklusive Angaben zu Anmeldung und Tagungsbeiträgen kann ab sofort im HDO angefordert werden: telefonisch unter 089/449993-0 oder per E-Mail poststelle(at)hdo.bayern.de

FEB 7.

Programmreihe - Temeswar 2023 / Ausstellungseröffnung

Bruno Maria Bradt. Eine Werkschau.

Ausstellungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Ausstellungszeitraum: Mittwoch, 8. Februar, bis Freitag, 28. April 2023

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 10.00 bis 20.00 Uhr (werktags), Faschingsdienstag geschlossen

Eröffnungsveranstaltung: Dienstag, 7. Februar 2023, 18.00 Uhr

Zur Ausstellungseröffnung sprechen der Künstler Bruno Maria Bradt und Susanne Leutsch (beide Fürth).

Grußworte: Janette-Constanța Carabașu, Stellvertreterin, Konsulin (Generalkonsulat von Rumänien in München) (angefragt) und Professor Dr. Andreas Otto Weber (Direktor des HDO)

Bereits auf den ersten Blick sieht man, wessen Hand den Stift führt: stark im Ausdruck und individuell in der Schraffur, ein Künstler mit hohem Wiedererkennungswert. Bradts große Leidenschaft ist und bleibt das Zeichnen. Die Verwendung von Linien und Strichen ist die grundlegende Darstellungsform seiner Kunst. Grafitbleistifte sind seine vorrangigen Arbeitsmittel. Seine Werke sind allesamt Bleistiftzeichnungen auf grauem Buchbinderkarton. Lediglich die Farbakzente werden mit Acrylfarbe oder Gouache ausgeführt und mit Pastellkreide akzentuiert. Bradt arbeitet mit sehr weichen Stiften, die hell und dunkel ganz klar voneinander trennen und die deutliche Spuren hinterlassen. Strukturen entstehen durch einzelne sich überlagernde Linien.

Impulse für seine Arbeiten ergeben sich durch alltägliche Begegnungen mit Menschen. Manche inspirieren ihn und die Idee nimmt nach einem längeren Prozess schließlich in seinen großformatigen Zeichnungen Gestalt an. Oft besteht ein Werk am Ende aus mehreren Tafeln, dessen Gesamtformat in der Regel das Platzangebot privater Wohnungen sprengt. Es gibt auch Einzelporträts oder Aufträge in kleineren Formaten, aber der Künstler liebt die zeichnerischen Herausforderungen des Großformats. Botschaften in Form von ausgewählten Texten, aus Liedern, Gedichten oder der Bibel schreibt er in seine Zeichnungen hinein. Bradt setzt sie gezielt ein, um seine Bildaussage zu unterstreichen. Manchmal stellt er so in seinen Bildern eine ganz neue Verbindung her.

Bruno Maria Bradt wurde 1962 in Temeswar (Banat/Rumänien) geboren. Nach dem Besuch des Kunstgymnasiums studierte er an der Kunsthochschule in Klausenburg anfänglich Industriedesign. 1984 siedelte er nach Deutschland über. Es folgte das Studium an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg, Klasse Prof. Heinz Schillinger. In den folgenden Jahren arbeitete er als Grafikdesigner bei mehreren Unternehmen und anschließend als Artdirektor bei Agenturen in Nürnberg und Coburg. Derzeit ist Bruno Maria Bradt als freiberuflicher Grafikdesigner und Künstler in Fürth tätig. Sein Werk wird mittlerweile überregional und international wahrgenommen. Einzelausstellungen fanden in sakralen Räumen, wie der Egidienkirche und Herz-Jesu-Kirche in Nürnberg, der St. Markus Kirche in Erlangen und der Augustinerkirche in Würzburg statt, außerdem in der Galerie am Theresienstein in Hof sowie in der Galerie Atzenhofer in Nürnberg. Im Fürther Stadttheater war er in der Ausstellung „Von Mensch zu Mensch” zu sehen. An zahlreichen Gemeinschaftsausstellungen in der Region und darüber hinaus nahm und nimmt er teil, so etwa bei der Münchener Künstlergenossenschaft. Außerhalb der Landesgrenzen stellten das Brukenthalmuseum und das Museum für zeitgenössische Kunst in Herrmannstadt/Sibiu, das Kunstmuseum Klausenburg/ Cluj-Napoca, Cassa Muresenilor Kronstadt/ Brașov, die Kunst und Design Hochschule Temeswar in Rumänien seine Werke aus.

FEB 8.

Begleitprogramm zur Ausstellung

Talk in der Ausstellung mit Bruno Maria Bradt

Veranstaltungsbeginn: Mittwoch, 8. Februar 2023, 12.00 Uhr

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

FEB 9.

Vortrag

Heiratsmigration aus Böhmen nach Bayern? Ein Blick in die Bronzezeit

Veranstaltungsbeginn: Donnerstag, 9. Februar 2023, 18.30 Uhr

Referent: Prof. Dr. Philipp W. Stockhammer (LMU)

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Wie lebten Menschen im Lechtal um Augsburg und Umgebung an der Wende von der Steinzeit zur Bronzezeit zwischen 2500 und 1500 v. Chr.? Im Rahmen des interdisziplinären Forschungsprojekts „Zeiten des Umbruchs“ ist es gelungen, völlig neue Einblicke in die spannenden Prozesse gesellschaftlicher Entwicklung dieser Zeit zu gewinnen, indem in den letzten zehn Jahren umfassende archäologische und naturwissenschaftliche Analysen an Grabfunden aus der Region vorgenommen wurden. So kann man heute auf ganz neuartige Weise dörfliches Leben in schriftlosen Kulturen beschreiben – von eingeheirateten fremden Frauen und der täglichen Ernährung bis hin zu Verwandtschaftsbeziehungen zwischen den einzelnen Gehöften und Handelskontakten in weit entfernte Regionen. Besonders spannend war die Erkenntnis, dass ein Großteil der Frauen aus der Ferne, höchstwahrscheinlich aus Böhmen und Mitteldeutschland ins Lechtal kam.

Prof. Dr. Philipp W. Stockhammer ist seit 2016 Professor für Prähistorische Archäologie an der LMU München und Ko-Direktor des Max-Planck Harvard Forschungszentrums für die archäologisch-naturwissenschaftliche Erforschung des antiken Mittelmeerraums am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie (Leipzig). Er wurde 2008 in Heidelberg promoviert, 2012 in Basel habilitiert. Philipp W. Stockhammer leitet zahlreiche internationale Forschungsprojekte zu den Themen Migration, Ernährung und interkulturelle Interaktion und hat die wichtigsten Auszeichnungen des Europäischen Forschungsrats für exzellente Forschung in Europa bekommen: 2016 einen ERC Starting Grant und 2020 einen ERC Consolidator Grant. Von Philipp W. Stockhammer liegen u.a. vor: Zur Chronologie, Verbreitung und Interpretation urnenfelderzeitlicher Vollgriffschwerter (2004); Kontinuität und Wandel – Die Keramik der Nachpalastzeit aus der Unterstadt von Tiryns (2008); Materielle Verflechtungen – Zur lokalen Einbindung fremder Keramik in der ostmediterranen Spätbronzezeit (2022, In Vorb.).

FEB 14.

Programmreihe - Deutsche in der Ukraine im Fokus / Podiumsgespräch

Steppenkinder und die Ukraine – Über die ukrainischen Bezüge der Russlanddeutschen früher und heute

Veranstaltungsbeginn:  Dienstag, 14. Februar 2023, 19.00 Uhr

Teilnehmer: Edwin Warkentin (Detmold), Ira Peter (Mannheim)

Moderation: Professor Dr. Andreas Otto Weber (Direktor des HDO)

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

In Kooperation mit: Kulturreferat für Russlanddeutsche am Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte

Was haben Russlanddeutsche mit der Ukraine zu tun? Jede Menge. Insbesondere in dem Jahr des Krieges Russlands in der Ukraine stellten Ira Peter und Edwin Warkentin das unter Beweis. In „Steppenkinder. Der Aussiedler-Podcast“ sprechen die beiden über ukrainische Regionen, in denen deutsche Gemeinschaften seit deren Ansiedlung unter den Zaren bis zu den stalinistischen Repressionen lebten. Zusammen mit Experten aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft beleuchten sie diese Bereiche sowohl aus historischer Perspektive als auch in Bezug auf die Gegenwart. Sie sprechen auch über das vielfältige Engagement von Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion und ihren Nachfolgestaaten für die Ukrainer und eine dadurch entstandene neue Willkommenskultur, die in den breiten Medien oft von negativer Berichterstattung über die etwa drei Millionen Bundesbürger russlanddeutscher Herkunft verdeckt wird.

Ira Peter ist Medien- und Kulturschaffende und war 2021 Stadtschreiberin des Deutschen Kulturforums östliches Europa in Odessa. Edwin Warkentin leitet das Kulturreferat für Russlanddeutsche am Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold und war bis 2017 als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Bundestag u.a. mit Fragen der europäischen Perspektiven der Ukraine betraut. Weil beide wie ein Großteil der (Spät-)Aussiedler aus der kasachischen Steppe stammen, nennen sie ihren Podcast „Steppenkinder“.

FEB 16.

Programmreihe - Deutsche in der Ukraine im Fokus / Erzählcafé

Dr. Renate von Walter im Gespräch mit… Dr. agr. habil. Gibfried Schenk

Veranstaltungsbeginn: Donnerstag, 16. Februar 2023, 15.00 Uhr

Eintritt: 5 Euro (inkl. Kaffee und ein Stück Kuchen)

Veranstaltungsort: HDO-Gaststätte „Zum Alten Bezirksamt“, Am Lilienberg 5, 81669 München

Der Agrarwissenschaftler und Unternehmensberater Gibfried Schenk gilt als ein ausgewiesener Kenner der Zeit- und Wirtschaftsgeschichte der Ukraine. Schenk wurde 1954 in Osterburg (Sachsen-Anhalt) geboren, wo seine Familie nach der Flucht aus Ostpreußen gelandet ist. 1977 schloss er sein Studium an der Agrar-Universität Kiew ab. 1983 promovierte er an der Akademie der Landwirtschaftswissenschaften zu Berlin. 1991 folgte die Habilitation an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. 2019 erwarb Gibfried Schenk den Master of Arts (M.A.) in Geschichte und Kulturgeografie an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen-Nürnberg mit einer Arbeit über postsowjetische Geschichtspolitik und Erinnerungskultur in der Ukraine. Seit 1991 bei der BASF SE tätig war er u.a. 1992–1998 Leiter des Bereichs Agricultural Products der BASF SE in Ukraine und Belarus und Vertretungsleiter der BASF SE (beide mit Sitz in Kiew, Ukraine); 2001–2007 Regional-Leiter des Bereichs Agricultural Products der BASF SE in Mittel- und Südosteuropa mit Sitz in Prag. 2008 bis 2013 wechselte er als Geschäftsführer zur Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft (FNL e.V.) in Bonn und Berlin und der European Initiative for Sustainable Development in Agriculture e.V. (EISA e.V.) in Berlin und Brüssel. Seit 2012 ist Gibfried Schenk ehrenamtlicher Geschäftsführer von FriedensBrot e.V., Berlin.

FEB 22.

Traditionen

Fischessen am Aschermittwoch

Veranstaltungsbeginn: Mittwoch, 22. Februar 2023, 11.30 Uhr, 16.30 Uhr, 19.30 Uhr

Veranstaltungsort: HDO-Gaststätte „Zum Alten Bezirksamt“, Am Lilienberg 5, 81669 München

Am Aschermittwoch beginnt die Zeit der Buße und des Fastens, die bis zum Ostersonntag dauert. Schon sehr früh verbot die katholische Kirche an diesem Tag den Fleischverzehr. Als Alternative dazu wählten die Gläubigen das Fischessen. Dieser Brauch markiert symbolisch die Grenze zwischen Fasching und Fastenzeit. Auch unter den Deutschen im östlichen Europa, wie in den katholischen Gebieten des Sudetenlandes, wurde er gepflegt. Welcher Fisch an diesem Tag zubereitet wurde, konnte von einem Gebiet zum anderen unterschiedlich sein. Während es manchenorts hierfür keine genauen Regeln gab, durfte in anderen nur Hering gegessen werden, sodass der Aschermittwoch auch „Heringstag“ genannt wurde.

Diese Tradition hält die Wirtin der HDO-Gaststätte „Zum Alten Bezirksamt“, Annerose Kloos, aufrecht. Ob Lachs mit Kräuterkruste, Seelachsfilet mit Weißweinsoße oder gefüllte Forelle aus dem Ofen – am Aschermittwoch verwöhnt sie ihre Gäste mit Fischgerichten aus ostdeutscher und bayerischer Tradition.

 

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März 2023

MÄR 7.

Programmreihe - Ostsee / Vortrag

Deutsche auf der Flucht: Die deutschen Flüchtlinge in Dänemark 1945-49 und das neue Museum FLUGT

Veranstaltungsbeginn: Dienstag, 7. März 2023, 19.00 Uhr

Referent: John V. Jensen (Museum zur Flucht in Dänemark)

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Von Februar bis Mai 1945 kamen etwa 240.000 deutsche Flüchtlinge aus dem östlichen Europa nach Dänemark, wo sich bereits rund 100.000 verwundete Wehrmachtsangehörige aufhielten. Die Flüchtlinge waren in der dänischen Bevölkerung nicht beliebt, weil sie der verhassten Besatzungsmacht angehörten. Viele befanden sich nach der Flucht in einem körperlich schlechten Zustand; die Kindersterblichkeit war insbesondere in den Monaten vor und nach der deutschen Kapitulation im Frühjahr 1945 beträchtlich.

Der Vortrag handelt davon, wie diese gigantische Aufgabe von den dänischen Behörden mit Hilfe von deutschen politischen Exilanten und den deutschen Flüchtlingen selbst gelöst wurde. Sein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Tätigkeit des neuen Museums FLUGT – Refugee Museum of Denmark in Oksbøl im Zusammenhang mit der Finanzierung und Ausgestaltung seiner Erinnerungsarbeit.

John V. Jensen studierte – nach Aufenthalten in London, München und Prien am Chiemsee – Geschichte, Philosophie und Literatur an der Universität Aarhus in Dänemark sowie an der Universität Greifswald. Einer Beschäftigung an der Königlichen Bibliothek in Aarhus folgte 2005 die Anstellung als Museumsinspektor bei den Varde-Museen, zu denen das Museum FLUGT zählt. Seitdem setzt er sich mit dem Thema deutscher Vertriebener und Flüchtlinge in Dänemark auseinander, wozu er mehrere Artikel und Bücher verfasste, unter anderem das vor kurzem erschienene Werk „Deutsche auf der Flucht“. Aktuell forscht er zum Flüchtlingslager in Oksbøl sowie zur demokratischen Ausbildung in den dänischen Flüchtlingslagern.

MÄR 8.

Ausstellungseröffnung - HDO in Deutschland

Wer bin Ich? Wer sind Wir? – Zu Identitäten der Deutschen aus dem östlichen Europa

Wanderausstellung des Hauses des Deutschen Ostens, München

Ausstellungsort: Haus der Heimat, Bund der Vertriebenen Landesverband Hessen e.V., Friedrichstraße 35, 65185 Wiesbaden

Ausstellungszeitraum: Donnerstag, 9. März, bis Freitag, 14. April 2023

Öffnungszeiten: Montag, Donnerstag 10.00–17.00 Uhr, Freitag, 10.00–14.00 Uhr

Eröffnungsveranstaltung: Mittwoch, 8. März 2023, 18.00 Uhr

In Kooperation mit: Bund der Vertriebenen Landesverband Hessen e.V.

Wer bin Ich? Wer sind Wir? – jeder Mensch, jede Gemeinschaft vergewissert sich der eigenen Identität stets aufs Neue. Die Bezugspunkte sind Herkunft, Sprache, Religion, Kultur. Dabei sind individuelle und kollektive Identitäten ambivalent, vielschichtig, und sie wandeln sich mit neuen Erfahrungen. Die Ausstellung „Wer bin Ich? Wer sind Wir?“ hat die regional vielfältigen Identitäten von Deutschen aus dem östlichen Europa zum Thema.

Der Münchner Stadtrat, Dr. Florian Roth (Siebenbürgen), die ehemalige Heimatpflegerin der Sudetendeutschen, Dr. Zuzana Finger (Slowakei), die Musikerfamilie Hubert (Russland), die Verwaltungsangestellte Andrea Kielburg (Banat), der Historiker Lukas Moj (Oberschlesien) und der weltberühmte Musiker Mulo Francel (Böhmen) – ihre Interviews stehen im Mittelpunkt der Wanderausstellung des Hauses des Deutschen Ostens. Darin setzen sie sich mit der Bedeutung von Heimat, Sprache, Familie, Musik, Tracht und Erinnerung für ihr Leben und ihr Selbstverständnis auseinander.

Neben diesen Faktoren nimmt die Ausstellung zugleich Religion und Literatur, Brauchtum und Handwerk, Essen, Landschaft und Symbole in den Blick, fragt nach ihrer Bedeutung für die individuellen und kollektiven Identitäten der Deutschen aus dem östlichen Europa. Der Komplexität und dem Facettenreichtum des Themas sucht sie durch exemplarische Annäherungen Rechnung zu tragen. Sie stellt sie vor am Beispiel der international berühmten Richard-Wagner-Festspiele im westpreußischen Zoppot bei Danzig / Gdańsk, 1922-1944; am Beispiel der Dialekte wie dem Zipserdeutsch in der Slowakei; mit Hinweis auf religiöse Traditionen wie die oberschlesische Barbarafeier; und mit Bezug auf Bräuche wie den Urzellauf an Fasching in Siebenbürgen oder auf Bekleidungsformen wie die Wischauer Tracht aus Mähren.

Identitätsdiskurse der NS-Zeit erfahren eine kritische Betrachtung am Beispiel des Portrait- und Landschaftsfotografen Hans Retzlaff (1902–1965). Seine Aufnahmen der Bräuche und Trachten der Deutschen in Siebenbürgen, dem Banat und Schlesien waren dem NS-Ideal von Nation, Rasse und „Großdeutschtum“ verpflichtet und dienten einer entsprechend geprägten „Völkerkunde“ zur visuellen Konstruktion des „arischen Menschen“.

Identitätsprozesse der letzten Jahrzehnte und der aktuellen Gegenwart werden in der Kultur der Heimatfeste, wie dem seit 1951 stattfindenden Heimattag der Siebenbürger Sachsen im mittelfränkischen Dinkelsbühl, oder in den öffentlichen Debatten um neue Kollektivsymbole der Deutschen aus dem östlichen Europa, wie das zentrale Vertriebenendenkmal des Freistaates Bayern am Hallplatz in Nürnberg, veranschaulicht.

Die Ausstellung Wer bin Ich? Wer sind Wir? zeigt: Deutsche Identitäten in Ostmittel- und Südosteuropa waren weder in der Vergangenheit noch sind sie in der Gegenwart als Einheit zu begreifen. Ihr Wesen lag und liegt nach wie vor in ihrer Vielfalt.

MÄR 9.

Vortrag

Auf den Spuren Wallensteins nach Nordböhmen und Schlesien. Schlösser und Adelssitze seit dem 17. Jahrhundert

Veranstaltungsbeginn: Donnerstag, 9. März 2023, 19.30 Uhr

Referent: Arne Franke

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

In Kooperation mit: Deutsche Burgenvereinigung e.V.

Als eine der schillerndsten Gestalten des Dreißigjährigen Krieges ging Generalissimus Albrecht von Wallenstein (1583 – 1634) in die Geschichte und Literatur ein. Jedoch war er nicht allein ein ehrgeiziger Feldherr und Kriegsunternehmer, sondern auch ein architektonischer Visionär, der seine Vorstellungen sowohl in der Planung der Residenzstadt Gitschin/Jičín als auch in seinen Schlossbauten umzusetzen suchte. In Nordböhmen gehörten ihm neben Gitschin die Herrschaften Münchengrätz/Mnichovo Hradiště, Bösig/Bezděz, Groß Skal/Hrubá skála, Schloss Lämberg/Lemberk, Grafenstein/Grabštejn, Friedland/Frýdlant, Sichrow/Sychrov und die heutigen Städte Böhmisch Leipa/Česká Lípa, Haindorf/Hejnice, Reichenberg/Liberec, Turnau/Turnov und Karthaus Walditz/Valdice. Der Vortrag stellt Wallensteins wichtigste Residenzen vor und bietet zudem einen Einblick in die reichhaltige Schlösserlandschaft Nordböhmens und des böhmisch-schlesischen Grenzraums.

Arne Franke (geb. 1959 in Dieburg/Hessen) war, nach einem Studium der Kunstgeschichte, der klassischen Archäologie und der Mittleren und Neueren Geschichte, seit 1992 als stellvertretender Referatsleiter der Denkmalschutzbehörde in  Görlitz und danach u. a. als Honorardozent für die Denkmalakademie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz tätig. Freiberuflich ist er in den Kulturregionen Ostmitteleuropas als Studienreiseleiter, Fachautor und Ausstellungskurator unterwegs.

MÄR 16.

Programmreihe - Temeswar 2023 / Lesung

„Dschangakinder“ (2022)

Veranstaltungsbeginn: Donnerstag, 16. März 2023, 18.00 Uhr

Referentin: Katharina S. Eismann (Hanau-Steinheim)

Moderation: Dr. Lilia Antipow (HDO) und Thomas Zehender (Ulm)

Veranstaltungsort: Gartensalon in der Amalienpassage, Türkenstraße 90, 80799 München

In Kooperation mit: danube books Verlag

Es ist angedichtet. Nach der geglückten Landung mit dem Roman „Das Paprikaraumschiff“ bardet die Poetin durch mehr als eine Straßenheimat. Mit Jamben und Synkopen ist sie in die Dschanga gestiegen, die Straßenbahn im lautmalerischen Duktus ihrer Heimatstadt Temeswar. Timisoara, Du bist so schön, aber … Klein-Wien eine Postkarte? Aufgetankt, mit Ecken und Kanten – fünf Minuten Offenbach.

Eismann skizziert eine lyrische Landkarte, sie schreibt Weltmusikgedichte. Vom Mainbogen bis zur Donaumündung kommen Lebenskünstler, Rapper, Trafikanten, Tuchfühlerinnen, fantastische Frauen, Wäscherinnen, Kurierfahrer zu Wort – eine Industrie aus Seelen und Landschaften im Wortwechsel. Unaufgeregter Ausklang an der Entschlüssel-Bar. Die Geografie ihrer Zunge ist heimatlos. Und das macht Durst nach Sprache & Textour. Eismanns Gedichte falaffeln, nomadieren, elektrisieren, schweben durch polentagelbe Weiten, kraxeln auf den Jazzberg, um durchzuatmen.

Sigrid Katharina Eismann (geb. 1965 in Temeswar) ist Lyrikerin, Autorin, Künstlerin und Übersetzerin. Nach dem Besuch des Nikolaus-Lenau-Lyzeums emigrierte sie 1981 mit ihrer Familie in die Bundesrepublik Deutschland. 2017 erschien ihr Lyrikband „Reise durch die Heimat – von Offenbach nach Temeswar“ (Größenwahn Verlag), 2020 debütierte sie bei danube books mit ihrem Roman „Das Paprikaraumschiff“. Sigrid Katharina Eismann lebt in der Rhein-Main-Region und ist dort in der Kulturszene vielfältig aktiv.

MÄR 21.

Vortrag

Der jüdische Anwalt Ismar Littmann und seine Sammlung moderner Kunst

Veranstaltungsbeginn: Dienstag, 21. März 2023, 19.00 Uhr

Referent: Dr. Andreas Hüneke (FU Berlin, Forschungsstelle „Entartete Kunst“)

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

In Kooperation mit: Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit e.V.

Breslau war in den 1920er Jahren ein Zentrum der modernen Kunst. Daran hatten zahlreiche, vor allem jüdische Mäzene und Sammler einen wesentlichen Anteil. Zu ihnen gehörte der Rechtsanwalt Ismar Littmann, der eine Sammlung von fast 350 Gemälden und Aquarellen sowie 6000 Grafiken mit Schwerpunkt bei schlesischen Künstlern, u.a. bei Otto Mueller, aufbaute. 1933 wurde ihm durch das Berufsverbot für jüdische Anwälte die Existenzgrundlage entzogen, 1934 nahm er sich das Leben. Die Witwe musste Teile der Sammlung verkaufen. Aus einer Auktion wurden 1935 einige dieser Werke wegen „typisch kulturbolschewistischer Darstellung pornografischen Charakters“ von der Gestapo beschlagnahmt und 1937 nochmals als „Entartete Kunst” eingestuft. Seit den 1990er Jahren gab es mehrere spektakuläre Restitutionen.

Dr. Andreas Hüneke (geb. 1944 in Wurzen (Sachsen)) ist Kunsthistoriker und Provenienzforscher und gilt als einer der bedeutendsten Forscher zur NS-Aktion der „Entarteten Kunst“. Seit der Auffindung eines vollständigen Inventars aller 1937 in deutschen Museen beschlagnahmten Werke der „Entarteten“ Kunst (ca. 19.000 Werke) 1997 ist er in diesem Projekt tätig. Seit April 2003 ist er Mitarbeiter bei der Forschungsstelle „Entartete Kunst“ am Kunsthistorischen Institut der FU Berlin. Andreas Hüneke ist außerdem Gründer und Vorsitzender des Potsdamer Kunstvereins und langjähriger ehrenamtlicher Vizepräsident des Internationalen Kunstkritikerverbands AICA. Von Andreas Hüneke liegen u.a. vor: Franz Marc. Zitronenpferd und Feuerochse (1990); Farben der Mark. Landschaftsmalerei vom Biedermeier bis zur Neuen Sachlichkeit (1993); Franz Marc. Tierschicksale. Kunst als Heilsgeschichte (1994); Der Blaue Reiter. Eine Geschichte in Dokumenten (2011) sowie zahlreiche Veröffentlichungen zur NS-Aktion „Entartete Kunst“.

MÄR 25.

Programmreihe „Frauen schreiben Geschichte(n)“

Gusel Jachina

Veranstaltungsbeginn: Samstag, 25. März 2023, 19.00 Uhr

Moderation: Artur Böpple (Nürnberg)

Sprecher: Jurij Diez (München)

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

In Kooperation mit: Bayerisches Kulturzentrum der Deutschen aus Russland

Die Programmreihe Frauen schreiben Geschichte(n) und ihre Online-Ausgabe Autorinnen lesen! bieten ein Forum für Schriftstellerinnen aus Deutschland und dem östlichen Europa. Geschichte und Gegenwart der Deutschen und ihrer Nachbarn in dieser Region spielen in ihrem Werk eine exzeptionelle Rolle. Historische Persönlichkeiten und fingierte Figuren werden dabei zu Akteuren in einem fiktionalen Geschehen. Darüber hinaus setzen sich die hier präsentierten Autorinnen in ihrem Werk mit verschiedenen Facetten des Themenspektrums „Frauen“ auseinander: Frauenbilder und mythologisierende Stereotypen des Weiblichen, Formen der weiblichen Freundschaft und ihre soziale und psychologische Funktion, Kunst und Literatur als Schlüssel zu den emotionalen Bedingungen des weiblichen Seins in der Moderne – und vieles mehr. In ihren Romanen, Erzählungen und lyrischen Werken, die vielfach ein individuelles Drama mit historischen Konstellationen und erzählerischer Spannung verbinden, befinden sich Frauen häufig auf existentieller Sinnsuche, was sich zwischen Heimat und Fremde abspielt.

Bei dieser Ausgabe stellen wir die Autorin Gusel Jachina (geb. 1977 in Kasan, Tatarstan) vor, eine russischsprachige Autorin tatarischer Abstammung. Sie studierte an der Kasaner Staatlichen Pädagogischen Hochschule Germanistik und Anglistik und absolvierte die Moskauer Filmhochschule. Ihr Roman „Suleika öffnet die Augen“ (2015) wurde in 31 Sprachen übersetzt, ihr zweiter Roman „Wolgakinder“ (2018) in 14 Sprachen. Ihr dritter Roman „Wo vielleicht das Leben wartet“ (2022) wird in 19 Sprachen erscheinen und ist wie alle ihre Bücher bereits ein Bestseller.

Gusel Jachina wird bei der Veranstaltung anwesend sein.

MÄR 28.

Programmreihe - Ostsee / Vortrag

Oberbayern im Ostseeraum. Betrachtungen zur Verbreitung von Arbeiten Wessobrunner Stuckateure im 18. Jahrhundert

Veranstaltungsbeginn: Dienstag, 28. März 2023, 19.30 Uhr

Referent: Torsten Veit (Greifswald)

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

In Kooperation mit: Deutsche Burgenvereinigung e.V.

Der Vortrag konzentriert sich auf Netzwerke von Stuckateuren aus Wessobrunn, einem kleinen Dorf in Oberbayern, die im 18. Jahrhundert mit ihren Werkstätten in den Ostseeraum abwanderten. Da es so gut wie keine Dekorationen im Original gibt, musste ein Weg gefunden werden, vergleichbare Daten zu sammeln, ohne stilistische Analysen und weit verbreitete Musterbücher zu verwenden. Durch die Kartierung der gesamten Verbreitung ihrer Werke in Europa von 1600 bis 1800 auf der Makroebene und die Identifizierung der familiären und beruflichen Beziehungen ausgewählter Stuckateure, Mitarbeiter und anderer Personen auf der Mikroebene unter Verwendung von Methoden der digitalen Geisteswissenschaften versuchte man dabei den Kosmos dieser Handwerker zu rekonstruieren. Hierfür wurden Datensätze aus heterogenen Quellen erstellt und in verschiedene Softwarelösungen zur Visualisierung und Interpretation dieser Daten eingegeben. Das Ergebnis sind zum einen Netzwerke von fast 200 Stuckateuren im abstrakten und konkreten Raum mit 450 Grundbeziehungen und zum anderen Karten und Diagramme von etwa 1200 Aktivitäten an 842 Orten. Die Visualisierungen selbst sind ein wichtiges Werkzeug für diesen Forschungsprozess und beeinflussen die Wissensproduktion spürbar.

Durch die Überlagerung der in Preußen und im Ostseeraum tätigen Stuckateure mit denen in Oberbayern wird deutlich, dass diese zwar eine gemeinsame Herkunft und zahlreiche Beziehungen hatten, sich aber in der Formensprache ihrer Dekorationen stark unterschieden. In dieser Hinsicht scheint das Konzept der Wessobrunner Schule nicht mehr haltbar zu sein. Die Forschungen von Torsten Veit zielen darauf ab, als Fallstudie für die Nutzung des Digitalen zu dienen, aus impliziten Daten explizite Informationen zu generieren und damit einen Mehrwert für die kunsthistorische Forschung in einer wenig untersuchten Epoche und Grenzregion zu schaffen und neue Erkenntnisse über Studien zu Kulturtransfer und vormodernen Migrationen zu gewinnen.

Torsten Veit ist Kunsthistoriker, Steinmetz und Steinbildhauer. Nach seinen Ausbildungen in Deutschland und Italien begann er ein Studium der Kunstgeschichte und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Greifswald. Sein Masterstudium schloss er 2015 mit der Arbeit „‚Oberflächlich betrachtet‘ – Studien zur Oberflächenbehandlung und -wirkung in der barocken Bildhauerei bei Bernini und Schlüter“ ab. Von 2016 bis 2019 war Torsten Veit wissenschaftlicher Mitarbeiter im IRTG „Baltic Borderlands. Shifting Boundaries of Mind and Culture in the Borderlands of the Baltic Sea Region” an der Universität Greifswald. Seit dieser Zeit ist er Doktorand bei Professor Dr. Kilian Heck. Aktuell ist er als wissenschaftlicher Koordinator und Datenmanager im Forschungsprojekt Herrenhauszentrum des Ostseeraums tätig.

MÄR 30.

Begleitprogramm zur Ausstellung

Talk in der Ausstellung mit Bruno Maria Bradt

Veranstaltungsbeginn: Donnerstag, 30. März 2023, 17.00 Uhr

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

MÄR 31.

Buchpräsentation (mit Gerichtsverköstigung)

Eva Habel, „Zu Gast bei den Roma in Schluckenau. Rezepte und Erinnerungen“ (2021)

Veranstaltungsbeginn: Freitag, 31. März 2023, 18.00 Uhr

Veranstaltungsort: HDO-Gaststätte „Zum Alten Bezirksamt“, Am Lilienberg 5, 81669 München

Eintritt: 20 Euro (inkl. 3-Gänge-Menü, ohne Getränke)

In Kooperation mit: Heimatpflegerin der Sudetendeutschen und Kulturreferat für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein

Dass Liebe durch den Magen geht, ist bekannt. Dies war wohl auch für Eva Habel ein Grund, ein Kochbuch der Roma herauszubringen, die seit vielen Jahrzehnten im Schluckenauer Zipfel in Nordböhmen leben. Die Schluckenauer Roma wurden nach 1945 in der kommunistischen Tschechoslowakei in diese Grenzregion umgesiedelt und kamen ursprünglich aus verschiedenen Teilen der einstigen Donaumonarchie. Von überall her brachten sie auch ihre Rezepte mit, wobei viele davon einem Sudetendeutschen ebenfalls vertraut sind.

So entstand ein hochinteressantes Buch mit vielen Kochanleitungen für Süßes und Herzhaftes. Dazwischen finden sich Erinnerungen und Bilder aus dem althergebrachten Leben der Schluckenauer Roma. Somit führt das Buch nicht nur in ihre Küche, sondern auch in ihre Lebenswelt ein. Indem es in den Lebensgeschichten der Roma die Wechselwirkungen mit der Mehrheitsgesellschaft reflektiert, schließt es eine große Wissenslücke über diese Minderheit.

Das Kochbuch „Zu Gast bei den Roma in Schluckenau“ wurde vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, dem Bundesjustizministerium, dem Regierungsamt der Tschechischen Republik, Renovabis und dem Bistum Eichstätt gefördert. Es erscheint auf Tschechisch, Deutsch und Romanes.

Dr. Eva Habel ist Direktorin der Regionalcaritas Schluckenau/Šluknov (Tschechien). Von 1999 bis 2008 war sie Heimatpflegerin der Sudetendeutschen. Seit 2008 ist sie als Pastoralreferentin der Caritas für die Roma-Minderheit in Schluckenau tätig. Sie kümmert sich vor allem um Roma-Familien, die in schwierigen Verhältnissen leben. Mit Hilfe vom Leitmeritzer Bischof Jan Baxant gründete sie eine Gebietsdirektion. Dank der Unterstützung aus Deutschland realisierte sie zahlreiche Projekte, um die Situation der Menschen zu verbessern. Auch Koch- und Backkurse für Roma-Kinder und -jugendliche stehen auf ihrem Programm.

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Veranstaltungsarchiv

2021

Programm Juni bis Juli 2021

Programm September bis Dezember 2021

Terminabsagen und Onlineveranstaltungen aufgrund der Corona-Pandemie September bis Dezember 2021

2022

Programm Januar bis März 2022

Programm April bis Juli 2022

Programm September bis Dezember 2022

Haus des Deutschen Ostens
Logo: Haus des Deutschen Ostens
Programm Januar bis März 2023

Das komplette Programmheft Januar bis März 2023 können Sie hier herunterladen.

Eintritt

Soweit nicht anders vermerkt, ist der Eintritt zu den Veranstaltungen frei.

Anmeldung

Bei Veranstaltungen mit Anmeldung bitten wir um rechtzeitige Platzreservierung per E-Mail.

Auch bei Veranstaltungen ohne Anmeldung gilt: Einlass nur bis zur höchstzulässigen Personenzahl.

Hinweis

Mit der Teilnahme an den Veranstaltungen erklären Sie sich damit einverstanden, dass Sie gegebenenfalls auf Aufnahmen zu sehen sind, die das Haus des Deutschen Ostens im Rahmen seiner Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verwendet.

Veranstaltungsarchiv

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