Presse

Aktuelle Pressemitteilungen des HDO

09.07.2019: Pressemitteilung zum Zeitzeugengespräch "Charlotte Knobloch privat"

Charlotte Knobloch privat. Zeitzeugengespräch
Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München
besucht das Haus des Deutschen Ostens

München (9.07.2019). Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Dr. h.c. Charlotte Knobloch, zählt zu den bekanntesten Persönlichkeiten Deutschlands. Als Kind entkam sie der Verfolgung der Juden durch die Nationalsozialisten. 1945 kehrte sie nach München zurück. 1985 wurde Charlotte Knobloch Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, später Vizepräsidentin des Jüdischen Weltkongresses und Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland. Zu Pfingsten 2019 wurde sie für ihren Einsatz für die europäische Heimat, für die staatenübergreifende Integration und Völkerverständigung in Mitteleuropa sowie gegen Nationalismus und Populismus mit dem Europäischen Karlspreis der Sudetendeutschen Landsmannschaft ausgezeichnet. Am 16. Juli 2019 wird Charlotte Knobloch Gast bei einem Zeitzeugengespräch im Haus des Deutschen Ostens sein.
Als junger Mensch erlebte Charlotte Knobloch den Wiederaufbau ihrer zerstörten Heimatstadt, den Wiederbeginn jüdischen Gemeindelebens und auch die Aufnahme von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen. Als Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern engagiert sie sich seit Langem gegen Rechtsradikalismus und Antisemitismus und für die Aussöhnung von Juden und Nichtjuden. So ist vor allem ihrem unermüdlichen Einsatz die Errichtung des Jüdischen Zentrums am St.-Jakobs-Platz in München zu verdanken.
Charlotte Knobloch erklärte wiederholt, dass der Wunsch nach Heimat aus ihrer Sicht ein menschliches Grundbedürfnis sei und der Verlust der Heimat daher eine besondere Tragödie darstelle. Nicht zuletzt deshalb setzte und setzt sie sich auch für die Belange der Vertriebenen und Flüchtlinge ein und betonte unter anderem in ihrer Dankesrede anlässlich der Verleihung des Karlspreises, dass die Gefahr von Nationalismus und Populismus auch im heutigen Europa weiter bestehe. Zugleich erinnerte sie an die Verantwortung der Politiker und Bürger für den Erhalt von Freiheit, Demokratie, Frieden und Sicherheit: Es sei „vor allem [diese] Verantwortung, die aus der Vergangenheit erwächst, welche wir heute alle gemeinsam tragen.“

Ihre beeindruckende Lebensgeschichte und ihr vielseitiges Wirken im Namen der jüdischen Gemeinschaft, der Demokratie und der europäischen Einheit stehen im Mittelpunkt eines Zeitzeugengesprächs mit dem Vorsitzenden des BdV-Landesverbandes Bayern e.V., Christian Knauer, und dem Direktor des HDO, Professor Dr. Andreas Otto Weber.

Veranstalter sind das Haus des Deutschen Ostens, München, und der Bund der Vertriebenen Landesverband Bayern e.V.

Termin: Dienstag, den 16. Juli 2019, 18.00 Uhr

Ort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

 

Pressemitteilung als Download

Pressebilder als Download

14.06.2019: Pressemitteilung zur Ausstellung "Wolfskinder"


„Wolfskinder“. Die Ausstellung des Litauischen Zentrums für die Erforschung von Genozid und Widerstand macht Station im Haus des Deutschen Ostens, München

München (14.06.2019). „Wolfskinder“ – so nannte man ostpreußische Kinder, die in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs elternlos wurden und ins benachbarte Litauen flüchteten. Einige der früheren „Wolfskinder“ leben noch heute in der baltischen Republik. Andere fanden nach der politischen Wende in Osteuropa in den 1990er Jahren ihre verlorenen Familien wieder und kamen nach Deutschland. Die Geschichte dieser Kriegsopfer wird in der zweisprachigen, deutsch-litauischen Ausstellung „‚Wolfskinder‘ – Auf dem Brotweg von Ostpreußen nach Litauen 1945–1948“ des Litauischen Zentrums für die Erforschung von Genozid und Widerstand erzählt. Sie ist vom 26. Juni bis 16. August 2019 im Haus des Deutschen Ostens, München, zu sehen.
Am Anfang war der Krieg. Im Januar-März 1945 rückte die Rote Armee in Ostpreußen vor. Die Evakuierung der Zivilbevölkerung verlief chaotisch. Die Flüchtenden, größtenteils Frauen, Kinder und ältere Menschen, wurden von sowjetischen Einheiten eingeholt und auf der Flucht gestoppt. Viele Erwachsene wurden zu Opfern von Gewalt, Krankheiten und Hunger, ihre Kinder wurden zu Waisen. Von diesen „Wolfskindern“, deren Zahl auf 20.000 geschätzt wird, starben nicht wenige eines gewaltsamen Todes, viele verhungerten oder erfroren. Manche gingen betteln. Nur die arbeitende Bevölkerung bekam Lebensmittelkarten. Kinder kamen erst dann in den Genuss von Essensrationen, wenn sie bereits in Kinderheime eingewiesen worden waren. Wer schlau war, suchte im ostpreußisch-litauischen Grenzgebiet Unterschlupf. Wenn er Glück hatte, wurde er von litauischen Familien adoptiert. Eine mutige Tat, denn die sowjetischen Behörden bestraften jeden, der Deutsche bei sich versteckte. Die durch den Krieg bedingte Deutschfeindlichkeit zwang die „Wolfskinder“, ihre deutsche Herkunft zu verheimlichen. Zum eigenen Schutz nahmen sie litauische Namen an. Weder verstanden sie sich später als Deutsche noch sprachen sie Deutsch. Erst in den 1990er Jahren setzte ihre Suche nach der eigenen Vergangenheit und der ethnischen Identität ein, die der Krieg ausgelöscht hatte.
Die Grundlage der aktuellen Ausstellung bilden Text-, Bild- und Videodokumente wie Berichte ehemaliger „Wolfskinder“, Familienfotos und zahlreiche Interviews mit den Betroffenen. Die Dokumente stammen aus den Beständen des Museums für die Opfer des Genozids beim Zentrum für Erforschung von Genozid und Widerstand der litauischen Bevölkerung (Vilnius), des Hugo-Scheu-Museums (Šilutė), des Litauischen Zentralen Staatsarchivs (Vilnius), des Litauischen Sonderarchivs (Vilnius), des Bundesarchivs (Berlin), der Landsmannschaft Ostpreußen e. V. (Hamburg) sowie aus Familienarchiven ehemaliger „Wolfskinder“.
Die Präsentation in München wurde durch eine Kooperation zwischen dem HDO, der Botschaft der Republik Litauen in der Bundesrepublik Deutschland (Berlin), dem Verein „Edelweiß – Wolfskinder“ (Litauen) sowie der Organisation „Kriegskinder“ (Gransee) ermöglicht.

Zur Ausstellungseröffnung am Dienstag, dem 25. Juni 2019, um 18.00 Uhr, sprechen Professor Dr. Andreas Otto Weber, Direktor des HDO, Sylvia Stierstorfer MdL, Beauftrage der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene, Christian Knauer, Landesvorsitzender des BdV Bayern, sowie S.E. Darius Jonas Semaška, Botschafter der Republik Litauen in der Bundesrepublik Deutschland, Dr. Arūnas Bubnys, Zentrum zur Erforschung von Genozid und Widerstand der Bevölkerung Litauens, und Eugenijus Peikštenis, Museum für Okkupationen und Freiheitskämpfe.

Dauer der Ausstellung: 26. Juni bis 16. August 2019

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10.00 bis 20.00 Uhr, im August 10.00 bis 18.00 Uhr

Ort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

 

Pressemitteilung als Download

Pressebilder als Download

14.05.2019: Pressemitteilung zur Programmreihe "Versailles, Trianon, Brest-Litowsk"

Jenseits von Versailles. Eine Programmreihe des HDO München und des IKGS an der LMU erkundet die politische Landkarte Oteuropas in der Zwischenkriegszeit

München (14.05.2019). Der Friedensvertrag von Brest-Litowsk sowie die Pariser Vorortverträge – von Versailles, von Saint-Germain und von Trianon – schrieben das Selbstbestimmungsrecht der Völker fest und setzten entscheidende Wegmarken bei der Bildung souveräner Nationalstaaten in Polen, Finnland, den baltischen Ländern, der Ukraine, der Tschechoslowakei und Südosteuropa. Die Programmreihe „Versailles, Trianon, Brest-Litowsk: Das lange Ende des Ersten Weltkrieges und das östliche Europa“, die 2019-2020 stattfindet, nimmt die komplexe und krisenbelastete Entwicklung der Zwischenkriegszeit in Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa in den Blick, die durch das Ende des Ersten Weltkrieges, den Zerfall der Großreiche und die Schaffung einer neuen Staatenordnung entstanden war.

Die neuen Nationalstaaten in Ostmittel- und Südosteuropa blieben Nationalitätenstaaten. Sie waren einer imperialen Politik nicht abgeneigt. Ihre Territorialforderungen gingen weit über das Bestreben hinaus, die neuen nationalstaatlichen Grenzen in Übereinstimmung mit den ethnischen und sprachlich-kulturellen Grenzen ihrer namensgebenden Nation zu bringen. Von der neuen politischen Grenzziehung und den nationalstaatlichen Entwicklungen waren auch 8,3 Millionen Deutsche betroffen, die nach 1918/1920 ihren teils dominierenden Einfluss verloren und nun als „nationale Minderheiten“ in dreizehn europäischen Ländern der Region lebten. Zu unterschiedlichen Zeiten entschied sich die Nationalitätenpolitik der ostmittel- und südosteuropäischen Staaten für einen Weg der Restriktionen oder für jenen des Ausgleichs und der Konzessionen. Die Vormachtstellung der namensgebenden Nationen wurde vielfach durch Verweigerung von politischer und gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und kultureller Teilhabe gegenüber den Minderheiten durchgesetzt. Weder die Minderheitenschutzverträge noch das Völkerbundmandat boten einen angemessenen Schutz für deren Rechte. Die offizielle Nationalitätenpolitik stärkte die Abwehrhaltung unter den Angehörigen der deutschen Minderheit und leitete Wasser auf die Mühlen nationalistischer Minderheitenparteien, -verbände und -organisationen. Den ethnischen Homogenisierungsversuchen der namensgebenden Nationen setzten die Deutschen und die anderen Minderheiten das Beharren auf eigene - ethnische, konfessionelle, regionale – Identitäten entgegen. Dieses Spannungsverhältnis zwischen der Nationalstaatsbildung und der ethnisch-kulturellen und politischen Selbstbestimmung der Minderheiten prägte die innenpolitischen Entwicklungen der ost-, ostmittel- und südosteuropäischen Staaten in der Zwischenkriegszeit.

Während der Friedensvertrag von Brest-Litowsk (1918) schon bald in Vergessenheit geriet, bewegten die Pariser Vorortverträge über die 1920er Jahre hinweg die öffentlichen Gemüter im Deutschen Reich, im neu gegründeten Staat Österreich und in Ungarn – in jenen Ländern, die große Gebietsverluste zu verzeichnen hatten. Unter der deutschen Bevölkerung dieser Gebiete, die einst zu den europäischen Großreichen gehörten, war die ablehnende Haltung gegenüber den Pariser Vorortverträgen meist nicht zu übersehen. In Schlesien, in Böhmen und Mähren und andernorts zog man die Zweck- und Rechtmäßigkeit der neuen Grenzziehungen in Zweifel. Die Friedensverträge von Versailles, Saint Germain und Trianon wurden als „Verstoß gegen das Prinzip des Selbstbestimmungsrechts der Völker“ abgelehnt. Diese Ansichten und Stimmungen wurden zum Nährboden für einen sich radikalisierenden Nationalismus und Revisionismus, die die neuen Nationalstaaten während der 1920er und 1930er Jahre unter Dauerdruck setzten. Gleichzeitig unterminierten Nationalitätenkonflikte die Legitimität und Funktionalität der neuen, erst im Entstehen begriffenen Demokratien in diesem Raum und trugen dazu bei, dass nationalistische Parteien vielfach die Oberhand gewannen.

Im Rahmen der Programmreihe setzen sich prominente Historiker aus dem In- und Ausland, wie Horst Möller, Helmut Altrichter (beide Deutschland), Jaroslav Kučera (Tschechien), Włodzimierz Borodziej und Maciej Górny (beide Polen) in Einzelvorträgen, Podiumsdiskussionen und bei Buchpräsentationen mit der Bedeutung der Friedensverträge des Ersten Weltkrieges für die Neuordnung im östlichen Europa, mit dem völkerrechtlichen System des Minderheitenschutzes sowie mit der politisch folgenreichen Rezeption der Pariser Vorortsbeschlüsse im Deutschen Reich und in anderen ehemaligen Großreichen auseinander.

Veranstalter sind das Haus des Deutschen Ostens, München, und das Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) an der LMU München. Weitere Kooperationspartner sind das Tschechische Zentrum, das Generalkonsulat der Tschechischen Republik, das Generalkonsulat der Slowakischen Republik und das Generalkonsulat von Polen in München.

Die Reihe wird am 21. Mai 2019, um 19.00 Uhr, mit dem Vortrag „‚Versailles’ und die Neuordnung Europas 1919–1920“ von Professor Dr. Dr. h.c. mult. Horst Möller, dem langjährigen Direktor des Instituts für Zeitgeschichte (IfZ, München-Berlin), eröffnet. Im Anschluss findet ein kleiner Empfang statt.

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Programmreihe: https://daslangeendevon1918.de/

 

Pressemitteilung als Download

Pressebilder als Download

20.03.2019: Pressemitteilung zur Ausstellung "Wolfgang Niesner: Stadt - Land - Mensch"

USURA oder der einbetonierte Mensch. Eine Ausstellung im Haus des Deutschen Ostens würdigt den Neuperlacher Maler Wolfgang Niesner (1925-1994)

München (20.03.2019). Mit dem Umzug in die Münchner Trabantenstadt Neuperlach 1970 wurde die produktivste Phase in Wolfgang Niesners Schaffen eingeleitet. Geboren fernab von Bayern im mährisch-schlesischen Freudenthal landete er nach Kriegsgefangenschaft und Vertreibung in der süddeutschen Metropole. Die urbanen Architektur- und Wohnwelten von Neuperlach regten Niesner zu Zeitanalyse und Zeitkritik an, die gleichzeitig die conditio humana in der Moderne in den Blick nahm. Vom 3. April bis 14. Juni 2019 zeigt das Haus des Deutschen Ostens in der Ausstellung „Wolfgang Niesner: Stadt – Land – Mensch“ eine repräsentative Auswahl aus seinem subtilen und zugleich provokativen Werk, zu dem auch Reiseskizzenbücher, Scherenschnitte sowie Portraits gehören. Kuratorin der Ausstellung ist Friederike Niesner, Ehefrau und Nachlassverwalterin des Malers.

„Usura“ nannte Niesner das übergreifende Sujet seiner in verschiedenen Zeitabständen entstandenen grafischen Blätter zu Neuperlach, die keinen Bildzyklus bilden, sondern nur lose miteinander zusammenhängen. Den Titel entlehnte er einem Gedicht von Ezra Pound: „Usura“ war der Phantasiename, den der amerikanische Schriftsteller und „Wahlitaliener“ in seinen „Cantos“ für eine der Natur und dem Menschen entfremdete Zivilisation wählte, eine „Sünde wider die Natur“. Dem Gegenwärtigen und Alltäglichen war Niesner als Künstler von Anfang an zugewandt: Im kriegszerstörten Deutschland der 1940er Jahre hielt er in seinen Genreskizzen Innenansichten aus den Flüchtlingslagern, deren Bewohner er zeitweise war, fest. Später wandte er sich dem Alltag einer Gesellschaft im Wirtschaftswunder und ihren Protagonisten zu, deren Banalität und Spießigkeit er in zahllosen Zeichnungen nüchtern dokumentierte oder in grotesk überspitzten Scherenschnitten verfremdete. Erst in „Usura“ legte Niesner, der Kunst als Abwehr gegen die Gefahren der Gegenwartszivilisation und als Fluchtweg sah, die Konflikte rund um die Urbanität offen, dramatisierte und überspitzte sie.

Neuperlach schien ihm eine Spielwiese des architektonischen Brutalismus, ein Konglomerat von Stein und Beton zu sein, auf die Bezwingung und Auslöschung des Menschen angelegt. Die funktionalistische Architektur bedrängte dessen Geist, Emotionen und Körper, ließ ihn als Subjekt fast restlos verschwinden. Niesner sah sich hier in einer surrealen Welt, malte Menschenkörper, zwischen Blöcken und Platten eingeklemmt; oder abgetrennte Menschenköpfe, zwischen Wolkenkratzern und Betonquadern. Mit seiner Kultur- und Zivilisationskritik, an Neuperlach als architektonischem und lebensweltlichem Ausschnitt der Moderne, verband sich Niesners Polemik gegen die abstrakte Kunst: „Ich empfinde sie als eine Kunst, die dem Auge verbietet zu sehen“.

Einen Kontrapunkt dazu bilden Niesners fein gezeichnete und impressionistisch anmutende Genre- und Landschaftsskizzen, die auf Reisen nach Irland, Kanada, Sylt, Cornwall und Paris entstanden. Natur war für ihn Material der Kunst und ästhetische Kategorie zugleich. Im ersten Fall wurde die Kunst zum Ort der Läuterung, der Auflösung von Spannungen und Konflikten. Er feierte darin die Befreiung aus den Zwängen des modernen Lebens, dessen negative Metapher für ihn Neuperlach wurde. Als Künstler glaubte Niesner sich herausgefordert, durch ein Artefakt Gleichgewicht und Harmonie zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem, zwischen Natur und Kunst hervorzubringen.

Wolfang Niesner stand den zivilisationskritischen Positionen der Kunst in der Bundesrepublik der 1970er Jahre nahe. Seine traditionelle Grundhaltung trennte ihn jedoch von deren experimenteller Szene. Durch eigene biographische Erfahrungen geprägt, verzichtete er auf Alternativkonzepte. Nur so ließ sich für den Kriegsteilnehmer und Vertriebenen Niesner eine neue Flucht in die Utopie vermeiden.

Zur Ausstellungseröffnung am Dienstag, dem 2. April 2019, um 18.00 Uhr, sprechen Professor Dr. Andreas Otto Weber, Direktor des Hauses des Deutschen Ostens, und Friederike Niesner.

Dauer der Ausstellung: 3. April bis 14. Juni 2019

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10.00 bis 20.00 Uhr

Ort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

 

Pressemitteilung als Download

Pressebilder als Download

12.02.2019: Pressemitteilung zur Ausstellung "Kirchenburgenlandschaft Siebenbürgen"

Glaube in Stein. Die Ausstellung "Kirchenburgenlandschaft Siebenbürgen - ein europäisches Kulturerbe" im Haus des Deutschen Ostens

München (12.02.2019). 300 befestigte Kirchenburgen entstanden seit dem 12. Jahrhundert, dem Beginn der Einwanderung der Siebenbürger Sachsen in das damalige Königreich Ungarn. Rund 160 sind bis heute erhalten geblieben. Ihre Geschichte und Gegenwart stehen im Mittelpunkt der Wanderausstellung „Kirchenburgenlandschaft Siebenbürgen – ein europäisches Kulturerbe“. Sie wurde von der Stiftung Kirchenburgen e.V. (Hermannstadt, Rumänien), der Technischen Universität (Berlin) und dem Institut für Stadt- und Regionalplanung (Berlin) konzipiert. Das Haus des Deutschen Ostens (München) ist ihre nächste Station in Deutschland.

Die Kirchenburgen sind architektonische Zeugnisse der jahrhundertelangen Geschichte der Siebenbürger Sachsen, gehören zu ihrer kulturellen Identität. Im Zuge der Reformation ging deren Besitz von der katholischen auf die evangelische Kirche über. Die Kirchenburgen dienten sakralen Zwecken, waren Orte des gelebten christlichen Glaubens. Beginnend mit dem 13. Jahrhundert wurden sie während der Tataren- und Türkeneinfällen zu Wehranlangen ausgebaut und boten den umliegenden Dorfgemeinden Schutz.

Die Architektur der Kirchenburgen war von der Gotik geprägt. Ihre kühlen und klaren geometrischen Formen verweisen visuell auf die Strenge des traditionellen Regelwerks der siebenbürgisch-sächsischen Gemeinschaft. Einen Kontrapunkt hierzu bildet die ausladende Pracht der barocken und spätbarocken Innendekoration. In den Wandmalereien, der liturgischen Ausstattung der Altäre, der Sakramentshäuser und der Orgelwerke wird die ästhetische Dimension des Göttlichen erfahrbar. Mit ihrer archaischen Wucht und unverrückbaren Präsenz wurden die Kirchenburgen zum Wahrzeichen der ruralen Kulturlandschaft Siebenbürgens.

Ein Teil dieser einmaligen Kunst- und Sakraldenkmäler gehört heute zum UNESCO-Kulturerbe. Der Erhaltungszustand der Kirchenburgen ist unterschiedlich: Historische Ruinen stehen neben sorgfältig restaurierten Bauten. Die Europäische Union, der rumänische Staat sowie weitere institutionelle, kirchliche und private Initiativen aus dem In- und Ausland leisten Hilfestellung bei ihrer Sanierung und Instandhaltung.

Zur Ausstellungseröffnung am Dienstag, dem 19. Februar 2019, um 18.00 Uhr, spricht Philipp Harfmann, Geschäftsführer der Stiftung Kirchenburgen e.V. (Hermannstadt, Rumänien).

Dauer der Ausstellung: 20. Februar bis 22. März 2019

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10 bis 20 Uhr

Ort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

 

Pressemitteilung als Download

Archiv

12.10.2018: Schaufenster Enkelgeneration. Ein Kurzfilmabend über Sprache und Identität bei jungen Deutschen in Rumänien.

Pressemitteilung als Download

02.10.2018: Dies Academicus: Nicolaus Copernicus. Leben, Werk, Wirkung

Pressemitteilung als Download

nach oben

Bildmaterial zum Download

 

Professor Dr. Andreas Otto Weber
Direktor
Leiter Sachgebiet I Kultur- und Bildungsarbeit

Porträt zum Download

 

Thomas Vollkommer
Stellvertretender Direktor
Leiter Sachgebiet II Kulturförderung, Zentrale Verwaltung und Organisation des HDO als Begegnungszentrum

Porträt zum Download

 

Haus des Deutschen Ostens

Ansicht des Hauses zum Download

nach oben

Das HDO in den Medien


Süddeutsche Zeitung, 22. Juli 2019
Die Schlüssel zur Heimat

 

Siebenbürgische Zeitung, 18. Juli 2019
Dr. Lilia Antipow im Gespräch: Die Historikerin leitet im HDO München Medienarbeit und Bibliothek

 

Münchner Wochenanzeiger, 12. Juli 2019
Die Geschichte der Wolfskinder. Haus des deutschen Ostens zeigt deutsch-litauische Ausstellung

 

Siebenbürgische Zeitung, 30. Juni 2019
Nina May, „Kann Spuren von Heimat enthalten“ in Hermannstadt

 

Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien, 29. Juni 2019
Klaus Philippi, Essen und Trinken am Küchentisch der Erinnerung. Teutsch-Haus Hermannstadt ist Gastgeber einer dokumentarischen Wanderausstellung in deutscher und rumänischer Sprache

 

nach oben

Archiv

2019

 

Hermannstädter Zeitung, 28. Juni 2019
Andre Winter, Kann Spuren von Heimat enthalten. Wanderausstellung zur Ess- und Trinkkultur im Teusch-Haus

Siebenbürgische Zeitung, 20. Juni 2019
Ausstellung im Teutsch-Haus

Münchner Merkur, 5. Juni 2019
Franziska Konrad, Die Heimat in Dingen. Das zeigt die kommende Sonderausstellung im Waldramer Badehaus

Süddeutsche Zeitung, 3. Juni 2019
Felicitas Amler, Aus dem Fluchtgepäck

Sudetendeutsche Zeitung, 31. Mai 2019
Susanne Habel, Diktatfrieden brachte vor allem Unzufriedenheit.

BdV Radio-Blickpunkt, 29. Mai 2019
Über die Veranstaltungsreihe „Versailles, Trianon, Brest-Litowsk“

Siebenbürgische Zeitung, 21. Mai 2019
Der Erste Weltkrieg und seine Folgen

Mittelbayerische, 26. April 2019
Theresia Luft, Schmerzvolle Erinnerungen. In der Globus-Passage in Neutraubling gibt es Ausstellungen. Sie befassen sich mit der Geschichte der Sudetendeutschen.

Sudetendeutsche Zeitung, 12. April 2019
Susanne Habel, Neuperlach und Paris.

BdV- Blickpunkt, April 2019
Würdiges Gedenken an Vertreibung der Ungarndeutschen
Vorbildliche Unterstützung für deutsche Minderheit

Haidhausener Anzeiger, 27. März 2019
Inspiriert von Neuperlach. Ausstellung im Haus des Deutschen Ostens würdigt Wolfgang Niesner.

Kurier. Ohne Wenn und Abo, 17. März 2019
Vom Geflüchteten zum Brückenbauer. Ausstellung „Mitgenommen – Heimat in Dingen."

My Bavaria. Das Bayern-Magazin, 12. März 2019
Ausstellung „Mitgenommen – Heimat in Dingen“ Memmingen.

MM Stadt Memmingen, 12. März 2019
Vom Geflüchteten zum Brückenbauer. Soziale Stadt Ost: Ausstellung „Mitgenommen – Heimat in Dingen“ des Hauses des Deutschen Ostens eröffnet – Erinnerungen an Flucht, Vertreibung und Deportation

Die Lokale. Informationsmagazin für Memmingen und Umgebung, 12. März 2019
Vom Geflüchteten zum Brückenbauer, Ausstellung „Mitgenommen – Heimat in Dingen“ des Hauses des Deutschen Ostens eröffnet

Memminger Monat, 03/2019
Mitgenommen – Heimat in Dingen. Ausstellung mit Begleitprogramm

Sudetendeutsche Zeitung, 22. Februar 2019
Susanne Habel, Elysium im Hirschberger Tal.

Haidhausener Anzeiger, 19. Februar 2019
Glaube in Stein gemeißelt. Ausstellung zeigt Kirchenburgen aus Siebenbürgen

Siebenbürgische Zeitung, 18. Februar 2019
Glaube in Stein: Ausstellung „Kirchenburgenlandschaft Siebenbürgen – ein europäisches Kulturerbe“ in München

Sudetendeutsche Zeitung, 15. Februar 2019
Susanne Habel, Heimatlose Heerscharen.

Sudetendeutsche Zeitung, 1. Februar 2019
Susanne Habel, Renaissance deutscher Kultur.

 

2018

 

Sudetendeutsche Zeitung, 7. Dezember 2018
Lilia Antipow, Zwischen Trauer und Triumph.

Sudetendeutsche Zeitung, 23. November 2018
Susanne Habel, Heydrich und Huber.

Siebenbürgische Zeitung, 18. November 2018
Anton, Sterbling, Hellmut Seiler – „zweiheimischer Grenzgänger“, hintersinniger „Sprachspieler“

Sudetendeutsche Zeitung, 26. Oktober 2018
Lilia Antipow, Spannende Krimi-Lesung in der Au.

Erlanger Nachrichten, 9. Juli 2018
Heinz Reiss, Heimat — ein Begriff mit neuer Leuchtkraft. Diskussionveranstaltung der Union der Vertriebenen in der Baiersdorfer Jahnhalle

Frankenpost, 15. Juni 2018
Essen gibt der Seele ein Zuhause

BR, 14. Juni 2018
Kristina Kreutzer, Einblick in Familienrezepte. Ausstellung „Kann Spuren von Heimat enthalten“ in Marktredwitz

Onetz, 13. Juni 2018
Spuren von Heimat

Blickpunkt, 16. Mai 2018
All das war und ist Heimat

Oberpfälzer Wochenzeitung, 18. April 2018
Identitätsstiftung zwischen Knödel und Klopsen. „Kann Spuren von Heimat enthalten“: Sonderausstellung im Egerland-Museum

Frankenpost, 16. April 2018
Neue Schau zum Thema Heimat

Siebenbürgische Zeitung, 29. Januar 2018
Doris Roth, Kochbuch „Kann Spuren von Heimat enthalten“ erschienen

Augsburger Allgemeine, 12. Januar 2018
Lea Thies und Nicole Prestle, So schmeckt Heimat - sechs Kochbücher laden zum Kochen ein

 

2017

 

BdV-Radio, 7. Dezember 2017
Im Gespräch mit Prof. Dr. Andreas Otto Weber, Direktor des Hauses des Deutschen Ostens in München

Siebenbürgische Zeitung, 8. Oktober 2017
Siebenbürgisch träumen – Lesung mit Iris Wolff

Münchner Merkur, 12. September 2017
Doris Schmid, „Kann Spuren von Heimat enthalten“. Sonderausstellung im Geretsrieder Stadtmuseum noch bis Ende September

Hilpotsteiner Kurier, 19. Juli 2017
Geschichte der Vertreibung wachhalten. Schulprojekt in Zusammenarbeit mit dem „Haus des deutschen Ostens“ im Landkreis Roth vorgestellt

Münchner Merkur, 10. Juli 2017
Doris Schmid, Vom Budweiser Pils bis zur Pommerngans. „Kann Spuren von Heimat enthalten“: Sonderausstellung in Geretsried

Süddeutsche Zeitung, 5. Juli 2017
Sonderausstellung „Kann Spuren von Heimat enthalten“
 

 

2016

 

Banater Schwaben, 14. Dezember 2016
Walter Tonţa, „Kann Spuren von Heimat enthalten“

Siebenbürgische Zeitung, 1. September 2016
Doris Hutter, „Fest unter der Eiche“ im Haus der Heimat Nürnberg

 

2015

 

Kreisbote, 28. November 2015
Ingrid Zasche, „Mitgenommen – Heimat in Dingen“

BR 24, 10. November 2015
Anton Rauch, Das Flüchtlingsgepäck der Heimatvertriebenen

Siebenbürgische Zeitung, 18. September 2015
Hans Bergel zu seinem Neunzigsten: Selbstironie, Gradlinigkeit, Souveränität

Banater Schwaben, 12. August 2015
Walter Tonţa, „Mitgenommen – Heimat in Dingen“

Süddeutsche Zeitung, 18. Juni 2015
Hans Kratzer, Mit dem Nudelbrett ins neue Leben

Abendzeitung, 10. Juni 2015
Lisa Marie Albrecht, Heimat-Stücke im Haus des Deutschen Ostens

Banater Schwaben, 26. Februar 2015
Stefanie Dolvig, Die Ansiedlung im kollektiven Gedächtnis

 

2014

 

Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien, 12. November 2014
Die Gesamtschau auf Europa als Raum einer reichen kulturellen Entfaltung und Verschiedenheit stärker beleuchten. Ein Gespräch mit Dr. Andreas Otto Weber, Direktor des Hauses des Deutschen Ostens in München

WAZ, 7. November 2014
Ausstellung beginnt im Museum mit einem Markt

Siebenbürgische Zeitung, 29. Juli 2014

Doris Hutter, Mit Karl dem Großen nach Nürnberg: Empfang für Andreas Otto Weber

 

2013

 

Banater Schwaben, 9. Juni 2013
Neuer Direktor im Haus des Deutschen Ostens München

Siebenbürgische Zeitung, 1. Juni 2013
Neuer Direktor im Münchner HDO

Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien, 15. Februar 2013
Claus Stephani, Vom ständigen Kontinuum der Dinge. Zur Ausstellung Sieglinde Bottesch in München

Donaukurier, 13. Februar 2013
Annette Krauß, Kostbare Vergänglichkeit. Die Ingolstädter Künstlerin Sieglinde Bottesch stellt Objekte und Zeichnungen in München aus
 

Haus des Deutschen Ostens
Logo: Haus des Deutschen Ostens
Medienkontakt

Lilia Antipow
Leitung
Sachgebiet „Öffentlichkeits-, Medien- und Pressearbeit, Bibliothek“
Telefon: 0049-89-44 99 93-113
Fax: 0049-89-44 99 93-150
E-Mail: lilia.antipow(at)hdo.bayern.de

Aufnahme- und Drehanfragen

Foto-, TV-, und Filmaufnahmen in den Räumlichkeiten des Hauses des Deutschen Ostens (HDO), München, bedürfen einer ausdrücklichen Zustimmung der Direktion des HDO.